mia-magdalena

  • 6. März 2024
  • Beitritt 21. Aug 2023
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  • 5043 Punkte
  • “Weil das Element der Sprache das Flüssige ist. Das Träge, das Tiefe, Latente, das Tragende, Mitreissende, Anbrandende, das Ertränkende, Speichernde, Leben gebende, Unerschöpfliche, Spiegelnde, Monster Beherbergende, Auflösende. Weil ich immer ein Wasser war, mein Körper immer spürte, wie sehr er ein Fliessen ist, ein In-Bewegung-Sein.”

    Diese Geschichte ist wirklich unvergleichlich, anspruchsvoll, berührend und gleichzeitig sicherlich nicht für jede*n gemacht. Ich persönlich mochte es aber wirklich gerne!

    Der Schreibstil von Kim ist das, was ich an dem Buch am meisten geliebt habe. Sehr poetisch und eigen, bildhaft und sprachlich sehr flüssig. Ich mochte die Eigenart des Schreibstils und wie gleichzeitig Worte viel mehr Sinn bekommen.

    Durch den Schreibstil wird aber die Geschichte vom Inhalt her anspruchsvoller, weil man Dinge vielleicht nicht auf den ersten Blick versteht, was ich aber super fand. Manchmal habe ich den roten Faden nicht so wirklich gesehen und der Plot war stellenweise doch etwas verwirrend, aber an sich waren die Messages der Geschichte echt wichtig und toll zu lesen. Es geht um so viele Dinge, dass man sie nicht alle aufzählen kann, aber das Loslassen von Stereotypen spielt alleine sprachlich schon eine grosse Rolle. Es geht darum, Altes gehen zu lassen, es geht um die Frage nach Familie und Kindheit, es geht um Erinnerungen und Ängste und Gefühle und Fragen.

    Alles in allem bin ich sehr froh, dieses Buch gelesen zu haben und würde definitiv noch mehr von Kim lesen!

  • Schon seit ich auf der Frankfurter Buchmesse Daniel Kehlmann im Gespräch mit Thea Dorn erleben konnte, habe ich mich auf die Lektüre dieses Romans gefreut. Und natürlich war ich nicht die Einzige, denn wenn ein neuer Kehlmann erscheint, ist einfach eine gewisse Erwartung und Spannung in der Luft.
    Der Inhalt ist sicher allgemein bekannt: Im Zentrum steht G. W. Pabst, einer der grössten Stummfilmregisseure, der erst aus Deutschland nach Hollywood floh, dann aber ins Nazi-Deutschland zurückkehrte, um unter Goebbels Filme zu drehen.
    Trotz der schweren Thematik liest sich der Roman einmal wieder leicht und flüssig, sodass man das Buch nur schwer zur Seite legen kann. Man taucht ein in diese Welt und realisiert, wie aktuell die Problematik auch heute noch ist. Kann man Künstler und Werk trennen? Was darf Kunst? In einem Film sollen Häftlinge aus einem KZ-lager als Statisten mitgewirkt haben… .
    Und so muss sich jede/r Einzelne fragen, wie korrumpierbar wären wir? Welche Wahl würden wir treffen und was wären wir bereit, für diese Entscheidung zu bezahlen?
    Auch als Hörbuch ist dieses Buch sehr empfehlenswert, gelesen von Ulrich Noethen.