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Vanessa12245

  • 21. Dez 2021
  • Beitritt 7. Okt 2021
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  • 182 Punkte
  • Endlich schaffe ich es auch noch meine Eindrücke mit euch zu teilen. Ich muss gestehen, dass mich das Buch zum einen sehr fasziniert, mit den verschiedenen Charakteren und Geschichten, die mir bislang total unbekannt waren. Zum anderen, muss ich sagen, dass mir das Lesen nicht immer wirklich leicht fällt. Die verschiedenen Namen und Erzählungen sind mir oftmals zu kurz und ich hatte Mühe, der jeweiligen Geschichte zu folgen.
    Nichts desto trotz, haben mir die beiden ersten Teile des Buches sehr gut gefallen. Ich habe viel gelernt und das eine oder andere mal das Internet verwendet um mir gewisse Situationen und Menschen anzusehen um mir ein Bild davon machen zu können.

    Die “nicht gehaltene Rede beim Hochzeitsessen einer Freundin” von Klaus Mann an Pamela Wedekind hat mich ein wenig nachdenklich gemacht (S. 111): “Diese Heiraten ist ja wie eine Epidemie unter uns. Die Ehe ist unser pathetischer Versuch, eine Einsamkeit zu überwinden, von der wir wissen, dass sie endgültig ist. … Ich könnte auf deiner nächsten Hochzeit keine anderen Worte finden als heute - sogar dann nicht, wenn es unsere Hochzeit sein sollte.”
    Für mein Empfinden sind die Worte sehr ehrlich, ein wenig hart aber doch auch zutreffend…

  • michele60

    Das Wort Liebe müsste eigentlich in Anführungszeichen stehen. Liebe ist in diesen so vielschichtigen Beziehungen fast ausnahmslos keine Liebe im eigentlichen Sinne. Der andere wird angelogen, hintergangen, warm gehalten , ausgenutzt. Scheidung oder Trennung sobald was besseres auftaucht und vermeintliche Offenheit sind an der Tagesordnung. Es scheint, als würde der andere nur zur Befriedigung der eigenen Triebe da sein. Das allerdings gegenseitig!

    Ob dieses Beziehungschaos damit zu tun hat, dass einige unserer Protagonisten die dunkle Wolken des Nationalsozialismus nicht gesehen haben, weil sie viel zu beschäftigt mit ihren eigenen Problemen waren - oder ob dieses Beziehungschaos eine Art Schutz vor der drohenden Zukunft war ?

    • Vanessa12245 der Satz über die glücklichen Paare ist eine Abwandlung vom 1. Satz im Roman “Anna Karenina” von Leo Tolstoi:  „Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich.“ Allerdings stammt der Roman schon aus dem Jahr 1877.

      Ich würde es - bei beiden, bei Illies und Tolstoi, so interpretieren, dass es viel interessanter ist, von den unglücklichen Familien zu lesen als von den glücklichen. Das Glück ist recht schnell erzählt, das Unglück (warum? Was stimmt alles nicht? Wo ist der Haken?) kann man nicht so schnell zusammenfassen.

    • „Alle glücklichen Paare ähneln einander. Aber alle unglücklichen sind auf ganz eigene Weise unglücklich.“ S. 65.

      Diese Zeile habe ich auch angestrichen . Das Unglück hat viele Gesichter .Egal ob wir Kästners Beziehungen zu Frauen oder Picassos Liebschaften anschauen, ob wir Tucholsky und seine Frauen näher beleuchten : immer ist Untreue im Spiel . Nun könnte man denken, also auch das Unglück ist immer gleich. Versucht man jedoch, sich in die verschiedenen Protagonisten hineinzufühlen, sozusagen von Innen zu schauen, so unterscheiden sich die Beziehungen eben doch sehr. Kästners kleine hilfreiche Freundin erlebt ihr Unglück sicher ganz anders als die Frau von Picasso .

      Jeder hat sein eigenes keines Unglück.

    • Ich muss gestehen, ich habe gestern schon angefangen - und gleich eine erste Lieblingsstelle gefunden 😊

      Die anderen sind das weite Meer. Du aber bist der Hafen. So glaube mir, kannst ruhig schlafen, ich steuere immer wieder her.

      Ist das nicht wunderschön?