Das beste gelesene Buch im Jahr 2022 ist “Léon & Louise” von Alex Capus.
…dicht gefolgt von “Eigentlich müssten wir tanzen” von Heinz Helle.
Ich liebe: meine Familie und Freunde, das Lesen, das Essen (werde oft im Foodblog Lieberlecker erwähnt) und Trinken, das Reisen (habe über 100 Länder oft intensiv besucht) und das Golfen - wofür alles ich seit meiner kürzlichen Pensionierung glücklicherweise viel mehr Zeit habe
Das beste gelesene Buch im Jahr 2022 ist “Léon & Louise” von Alex Capus.
…dicht gefolgt von “Eigentlich müssten wir tanzen” von Heinz Helle.
Mein Lieblinsbuch habe ich zwar schon mal gelesen als Teenager, aber beim Wiederlesen in diesem Jahr hat es mich absolut begeistert:
Die Schachnovelle von Stefan Zweig
Des Öfteren wurde die bis jetzt grösstenteils mangelnde Verbindung zwischen den Geschwistern bzw. Protagonisten angesprochen: Auf der zwischenmenschlichen Ebene ist dies auch nach meinem Empfinden der Fall. Allerdings sind mir im 2. Teil ein paar thematische Verbindungen aufgefallen:
Der Auftakt durch die Figur von Charlotte, die sich aus den Membranen / Segeln des Jenseits etwas desorientiert ins Diesseits vorkämpft, empfand ich als ziemlich amüsant: „Mich melden? Gut. Aber wo? Und bei wem?“ (S. 18). Es scheint, als ob die etwas verpeilte Charlotte dem Ruf des Mediums Bee (bzw. ihrer Tochter, die sich an Bee wendet) mehr aus Fügsamkeit denn aus eigener Motivation Folge leistet. Ganz im Gegensatz zu ihrem ebenfalls bereits verstorbenen Mann Troels, der dermassen auf Zack ist, dass er sich dreist schon mal vorgedrängt hat, obwohl seine Person gar nicht verlangt war. Bereits zu Beginn scheint schon mal einiges aus dem Ruder zu laufen… Liest man allerdings die Episoden über das Medium Bee, ist dieser Umstand sicher nicht weiter verwunderlich. Doch auch die anderen Protagonisten der Geschichte kämpfen offenbar mit ihren - zumindest gefühlten - Unzulänglichkeiten; was die Figuren für mich sehr nahbar macht. Die einzige Ausnahme ist in diesem Zusammenhang Ea, die eher ein Auge für die kleinen „Fehler“ ihres Lebenspartners Hector und dessen Tochter hat und sich in der Rolle eines ordnenden Korrektivs für deren Schwächen versucht.
Ich werfe Shantaram von Gregory David Roberts in die Runde.
Anfangs kritisch, hat es mich sehr schnell gepackt und ich habe die Geschichte des flüchtigen Lindsay, der sich in Indien eine neue Identität schafft, in einem Schnurz durchgelesen. Lustig, berührend, erschreckend, packend.
Munay3 Kleiner Nachtrag: Da das Buch leider momentan nicht auf Deutsch erhältlich ist, würde ich meinen Buchtitel gerne ändern.
“Wilde Schwäne” von Jung Chang. Es handelt sich um eine Biografie der Autorin, die die Lebensgeschichten ihrer Mutter und Grossmutter erzählt. Gleichzeitig lernt man viel über China im 20. Jahrhundert. Es hat mir diese Kultur definitiv nähergebracht.
Fanny
Drachenläufer von Khaled Hosseini. Ich lese immer wieder Bücher, mit denen ich reisen kann. Und da ich Afghanistan, das einst so schöne Land, wohl nicht mehr bereisen kann, habe ich die Bücher von Khaled Hosseini mit authentischen Spielorten gelesen. In diesem Buch gefällt mir vor allem die Freundschaft zweier Kinder aus unterschiedlicher Herkunft und die Geschichte, wie die Freundschaft verloren geht. Beim Lesen habe ich verschiedene Emotionen durchlebt: Freude, Trauer, Wut.
Fanny ein anderes Book Circle Mitglied bestimmt ein Buch, das Du im August lesen wirst!
Ich finde die Idee ja grundsätzlich witzig, aber ich verstehe noch nicht ganz, wie das gehen soll, denn die andere Person weiss ja nicht, welche ungelesenen Bücher ich zur Verfügung hätte. Oder ist dann gedacht, dass ich das Buch, das mir “zugewiesen” wird, kaufen muss, wenn ich es nicht irgendwo ausgeliehen kriege?
Und wie ist es mit dem Genre? Ich lese z.B. kein Science Fiction, Fantasy, und bin auch kein Fan von den Klassikern.
[Dies ist vorerst nur eine Rückfrage, und noch keine Teilnahme an der Challenge.]
Readaholic ich habe das Buch in den 70er Jahren gelesen und es hat mich damals sehr beeindruckt, heute denke ich noch ähnlich aber das Leben hat mich gelehrt dass man nicht schwarz/weiss denken kann es gibt manchmal gute Gründe dass nicht alle Menschen viel beitragen können
[ehemaliger Benutzer] Die Frage ist immer, wie lese ich oder was erwarte ich von der jeweiligen Geschichte. Bei mir steht die Unterhaltung an erster Stelle. Ich suche keine Schwachstellen. Tatsächlich greife ich aber auch meistens bei “altbewährtem” zu. Da weiss man was man hat… Somit gibt es auch kein “Durchbeissen”.
Wenn ich hier an einer Leserunde teilnehmen darf, lese ich ganz anders. Beziehungsweise werde ich von Mitlesern auf Schwachstellen hingewiesen. Die Optik ändert sich. Mal abgesehen davon, dass es bis jetzt Bücher waren, die ich so im Handel wohl gar nicht gekauft hätte.
Vor wenigen Stunden habe ich das Buch fertig gelesen. Dieser letzte Teil hat mir wieder besser gefallen als die letzten beiden. Denn ich habe einige Schnittstellen zwischen dem Heute und Damals entdeckt.
Die Beziehung von Arjen und Hendrik spiegelt sich in der von Liske und Ellen wieder. Aber während Liske nach dem Sturm die Hallig verlässt und sich zu den Themen Natur- und Vogelschutz weiterbildet, stirbt Arjen. Und die Überraschung ist, dass Hendrik lesen und schreiben lernt und die Chronik verfasst.
Für mich ist das umfassende Thema die Rettung der Hallig. Im Damals ging es einfach ums Überleben im Jetzt, während es im Heute um die Zukunft der Hallig geht.
Aber bis zum Schluss waren mir die Charakteren egal. Ich wurde mit Ihnen nicht warm. Es gab jedoch einige schön beschriebene Szenen und Schnittstellen zum Damals.
Der Austausch mit Euch war spannend, danke!
Hier von mir auch noch einige Stellen, die mir besonders gefallen haben.
S. 332: Neu war fremd, und fremd war gefährlich.
S. 353: Arjen sagt: Gretjen war mein Woher und mein Wohin. Gretjen war mein Hafen.
S. 383: Auf dem Meer hinterlässt man keinen Fussabdruck.
Euch allen herzlichen Dank für die interessanten Beiträge, ich habe den Austausch genossen. Alles Gute und weiterhin viele spannende Lese-Erlebnisse.
Gaso Auch mir gefällt das Buch sehr gut. Ich finde, durch die zwei unterschiedlichen Geschichten aus zwei Jahrhunderten, mit vielen Paralellen, macht es das Buch spannender. Wenn die Autorin nur das eine oder andere Jahrhundert beschrieben hätte, dann wäre es auf Dauer sicher etwas langatmiger geworden.
Aus meiner Sicht erfährt der Leser sehr viel über das harte Leben in den Halligen. Klar, an gewissen Stellen wird es auch etwas zu lange beschrieben, doch das stört mich nicht
Auch ich bin gespannt, wie die zwei Geschichten schlussendlich miteinander in Verbindung stehen und ob sich die einen oder anderen Paare wieder finden werden.
Ich bin mit euch sehr einverstanden und finde die Diskussion grad sehr interessant. Danke dafür!! Mit der Sprache bin ich hin- und hergerissen. Es gibt Aussagen die ich toll finde, die mir imponieren, wie wenn die Autorin über Jakob schreibt: “An der Werkbank trug er Schutzkleidung, im Leben auch.” Das ist bildhaft und gibt mir eine gute Vorstellung. Weiter hinten, als der Sturm dann wirklich kommt, beschreibt sie die Naturgewalt so: “Der Wind blieb draussen. Er war zu hochmütig um zu klopfen, tanzte stattdessen auf dem Dach.” Das ist dann doch sehr “blumig”, wenn der Wind personifiziert wird, das stört mich dann. Da habe ich das Gefühl die Fabulierkunst geht mit der Autorin durch…
Ich habe jetzt den dritten Teil auch gelesen und bin etwas enttäuscht. Die Handlung kommt irgendwie nicht voran, beziehungsweise dreht sich im Kreis und ich frage mich, wie will die Autorin dies im letzten Teil noch zu einem gelungenen Abschluss bringen ohne alles in wenigen Seiten abzuhandeln.
Am Anfang des dritten Teils nähern sich Ellen und Liske mal wieder, da habe ich gehofft, dass sie nun endlich ihre Beziehung weiter aufbauen können. Aber nein, sofort geht wieder etwas schief und sie entfernen sich wieder. Da habe ich etwas mit den Augen gerollt, auch mit Jakob geht es gefühlt nicht weiter.
Ich muss zugeben, dass mir in diesem Teil, dass ganze drumherum beim Wettbewerb und der sich daraus entwickelte Konkurrenzkampf etwas auf die Nerven ging und ich sogar einige Seiten quer gelesen habe.
Gefühlt flacht auch die Damals Perspektive etwas ab, was ich schade finde. Denn diese habe ich immer gern gelesen und konnte nicht genug kriegen.
Was mich in diesem Teil sehr fesseln konnte, war das Thema der Deiche. Als Liske erklärte was diese für die Natur bedeuten und was sie anrichten, obwohl sie ja ursprünglich zum Schutz gebaut wurden, da war ich fasziniert und es hat mich sehr zum Nachdenken inspiriert.
Bin nun gespannt wie es weiter geht und in welche Richtung sich das Buch entwickelt.
MIr gefällt das Buch bisher auch ganz gut. Es liest sich leicht und ich kann mir das Geschehen gut bildhaft vorstellen. Die Geschichte von Damals ist für mich echter. So habe ich es in Ausstellungen / Vorträgen etc. während meiner Zeit an der Nordsee erfahren. Das Leben war sehr hart, die Leute wortkarg und eigen. Der Kampf ums Überleben auf der Hallig allgegenwärtig.
Das Heute ist teilweise sehr klischeehaft, das stimmt. Und warum Liske so verletzt ist, bleibt bisher auch offen. Aber irgendwie stört mich das bei diesem Buch nicht so. Für mich ist das Thema eher: was passiert, wenn 2 Welten, die früher mal zusammengehörten, getrennt werden und nun wieder aufeinanderprallen.
Mir gefällt das Buch ganz gut. Ich könnte mir gut vorstellen, dass die “Kindskiek” so standgefunden hat. Das findet ja auch heute noch statt. Vermutlich ohne die Eier aber eine feuchtfröhlich Party sicher.
Ich musste auch auf den Stockzähnen schmunzeln als sich der Filz in der Gemeinde offenbarte. Das ist, jetzt wie damals, wie im realen Leben. Ich hoffe, das sich da noch eine gute Lösung findet.
Die Charaktere passen halt auch zum harten Leben auf der Insel. Man ist sich den Kampf gegen die See und ums Überleben gewohnt. Dem entsprechend geht man auch mit seinen Mitmenschen um. Das ist so in den Menschen verwurzelt und wird nicht einfach abgelegt, weil sie jetzt im 21 Jahrhundert sind.
Auf alle Fälle bin ich gespannt auf den letzten Teil. Werden Jakob und Ellen ein Paar? Finden Ellen und Liske wieder einen Zugang zu einander? Versöhnen sich Arjen und Hendrick? Findet Arjen seinen Frieden mit der Insel?
Gautier Wow nun hinterfragt ihr das Buch, als ob es um das „echte“ Leben gehen würde. Kurz wollte ich euren Gedankengängen zustimmen, muss nun aber für mich persönlich sagen, ein Buch dient mir in erster Linie zur Unterhaltung. Wenn der rote Faden passt, hinterfrage ich die Handlung nicht auf psychologischer Ebene. Sicherlich gibt es immer wieder beschriebene Situationen, welche mich betreffen respektive mich aufhorchen lassen. D
Den dritten Teil habe ich weiterhin mit grosser Spannung gelesen. Auf S. 205 freute ich mich mit Ellen, dass Liske sich langsam Ellen nähert. " Als Liske sich noch einmal umdrehte, erreichte ihr Lächeln zum ersten Mal auch ihre grauen Augen.* :-) Sehr schön fand ich auch auf S. 222 in Damals: Ich seufzte. Ich hätte dir gerne einen andren Umgang geboten. Dir ein schöneres Leben geschenkt. Ein leichteres…. Gretjen: Du musst mir nichts schenken, die Natur gibt uns alles, was wir brauchen!
Ab Kapitel 11 war für mich das Augenmerk mehr auf den DAMALS Teil gerichtet, denn im Hier empfand ich die Machtkämpfe um den Wettbewerb eher als weniger unterhaltsam.
Da ich es nicht lassen konnte und bereits im vierten Teil stecke, verrate ich selbstverständlich noch nicht zuviel. Ausser, dass ich nun mit Leuchtstift und PosIt funktioniere! Denn ich bin fasziniert von den eindeutigen Parallel - Welten… Mehr dazu in einer Woche….
Readaholic Auch ich finde der Schreibstil sehr schön. Die Seiten worauf der Ausflug von Ellen, Liske und Jasper im Vogelreservat unterwegs sind gefallen mir bis jetzt am Besten. Auch bin ich neugierig zu erfahren was sich zwischen Ellen und Jakob entwickeln wird… Weiter geht es