Matt Haig und seine aussergewöhnlichen Geschichten und Erzählstil sind und bleiben fantasievoll und unvergesslich. Das Cover zeigt eine kleine Szenerie auf dem Meer. Der Mond scheint am Felsen vorbei aufs Meer und gibt so einen kleinen Blick auf die leichte Wellenbewegung. Direkt vor dem Felsen ist ein kleines Boot zu sehen, auf dem eine Person zu erkennen ist, die auf das Wasser blickt. Das brachte mich ebenfalls dazu das Buch zu lesen. Maurice, 22 Jahre alt ist mit seinem Leben so gar nicht zufrieden. Aus der Verzweiflung heraus schreibt er seiner ehemaligen Mathematiklehrerin. Grace Winters ist mittlerweile 72 Jahre und pensioniert. Sie antwortet Maurice mit ihrer Lebensgeschichte. Mit der Geschichte über die Unmöglichkeit des Lebens. Ihre Antwort umfasst der Inhalt des ganzen Buches und bringt uns die Protagonistin und ihr Leben ein wenig näher und danach dürfen wir direkt abtauchen in das Abenteuer Ibiza. Grace erzählt aus der Ich-Perspektive von ihrer Ankunft auf der Insel und wie sie sich nach und nach auf die Spur ihrer fast vergessenen Freundin Christina begibt. Christina hinterlässt ihr ein Haus auf der spanischen Insel und als Grace sich dieses ansieht, findet sie es hässlich. Im Haus findet sie einen Brief mit einer Aufzählung von Dingen, die sie sich auf der Insel unbedingt ansehen muss. Tag für Tag lernt sie neue Menschen kennen und ihr gewohntes Leben eine neue Wendung geben und auch, was diese Insel so wertvoll macht. Dabei macht sie bald Entdeckungen, die nicht von dieser Welt zu sein scheinen. Als Mathematikerin stellt man sich Grace eher als nüchterne und sachliche Person vor. Sie ist aber auch ein Anhänger der Literatur und dem mystischen nicht ganz abgeneigt. Als Grace dem Tod ihrer ehemaligen Kollegin nachgeht, wird sie selbst bedroht. Der Roman ist sehr tiefgründig und facettenreich, es möchte uns Leserschaft so vieles sagen: Seit offen und geht out of the box. Geniesst auch die unbedeutenden kleinen Momente im Leben, lasst leben, respektiert und achtet alles Leben, lasst los und verzeiht euch auch mal selbst und vor allem, lässt es auch mal so sein, wie es ist, nicht alles muss einen Sinn haben und faktisch belegt sein. Grace hat mich beeindruckt und zum Schmunzeln gebracht und das Mystische braucht es in diesem Buch, dies macht es nähmlich magisch und wunderschön. Mich hat der Roman unterhalten und gut gefallen.
MJB

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Wer einen 600-seitigen Roman damit beginnt, das ein Kind sterben soll, spielt mit höchstem Einsatz. Der englische Autor Chris Whitaker hat es gewagt und mich geflasht zurück gelassen. Patch wurde nur mit einem Auge geboren und trägt eine Augenklappe wie ein Pirat. Der 13-jähriger Aussenseiter wird entführt als er versucht seiner grossen Liebe das Leben zu retten. Eingesperrt in einen stockdunkeln Raum glaubt er ganz alleine zusein, bis er dann eine Hand in seiner fühlt - die Hand von Grace. Er stellt sich Grace in vielen verschiedenen Farben vor, den sie versetzt Patch mit ihren Erzählungen und grossen Wissen in eine farbenfrohe Welt die er tief in sich verankert und nicht mehr loslassen will. Grace ist sein Licht in der Dunkelheit. Draussen bricht für Saint, Patch’s beste Freundin, eine Welt zusammen. Mit allen Mitteln versucht sie Patch zu finden, denn Aufgeben kommt für sie nicht in Frage. Nach mehreren Monaten gelingt es ihr, den Ort ihres Freundes zu erörtern und bringt sich dabei selber in Gefahr. Patch wird befreit, doch der Entführer entkommt und die Polizei kann ihn nicht finden. Grace ist ebenfalls verschwunden. „ Als er später an jenem Vormittag sterbend im Wald lag, bewahrte er den Morgen in seinem Herzen, bis die Farben verliefen, denn er wusste, dass er so schön gar nicht gewesen sein konnte. Nicht in seinem Leben war je so schön“ (Abschnitt aus dem Buch) Niemand ausser Saint möchte Patch Glauben schenken, wenn er von Grace erzählt. Er kann aber Grace nicht vergessen, er hat ihr versprochen sie zu finden: Er muss Grace finden und retten, auch wenn die Suche über Jahre dauern würde und ihn durch ganz Amerika treibt. Chris Whitaker schreibt hier von einem düsteren Kriminalfall und doch ist es ein Roman und kein Krimi, denn das Verbrechen dient mehr als Nebenschauplatz. Der Fokus richtet sich auf das Emotionale und Menschliche und erzählt, was die Erfahrungen mit den Figuren macht. Das Buch ist komplex aber sehr gut durchdacht. Intensiv, episch und unvergesslich.
Kein Buch steht für unsere Zeit zentraler als das vom ehemaligen irischen Filmkritiker, heutiger Autor Paul Lynch „Das Lied des Propheten“ - aus dem Englischen meisterhaft übersetzt von Eike Schönfeld - gekrönt mit the Booker Prize 2023. Erleben Sie ein intensiver, brillanter, eindringlicher, emotionaler, mutiger, unvergesslicher, anregender, erschreckender Roman… einfach triumphal!
Das heutige Irland beginnt schleichend, dann rasch in eine Diktatur zu verwandeln. Zwei Beamte der neu formierten Geheimpolizei, die Garda National Services Bureau kurz GNSB, klopfen an einem dunklen verregneten Abend an der Haustür der Familie Stack und wollen Eilish Stacks Ehemann Larry, dem Stellvertretenden Generalsekretär der Lehrergewerkschaft bloss ein paar Fragen stellen. Von hier beginnt die Geschichte der Protagonistenfamilie und Paul Lynch drängt uns in die Welt von Eilish Stack hinein, einer vierfachen Mutter, Molekularbiologin und sie hat eine Art was an sich das philosophisch und emotional ist was ihre Wahrnehmungsweise angeht.
„Was ein Kind dieses Alters von der Welt wissen kann, das Aroma der Angst von der Welt wissen kann, das Aroma der Angst an ihrem Körper, das Kind lernt diesen Geruch kennen, der sich nicht wegwünschen und auch nicht unterdrücken lässt, das Kind nimmt das Trauma der Mutter in sich auf und speichert es im Körper zu späterem Gebrauch, das Kind als Erwachsener von Furch und blinder Unruhe befallen, es schlägt nach denen um es herum, sie hält einen beschädigten Mann im Arm.“ sagt Eilish, als sie ihren kleinen Sohn im Arm hält und probiert einzuschlafen.
Kurz nach dem unangemeldeten Besuch der GNSB verschwindet Larry, als später dann auch ihr ältester Sohn Mark verschwindet wird Eilish überwacht und alles lauft aus dem Ruder, die Republik bröckelt. Durch den verhängtem Notstandsgesetz gelten keine Bürgerrechte mehr, Ausgangssperren treten in Kraft und das Internet fällt aus. Alles wird zur Qual. Klares Wasser, einen gültigen Reisepass, medizinische Hilfe wird zur Kostbarkeit. Simon Stack, Eilish’s Vater, der an Demenz leidet und sich im Vergessen verliert versinnbildlich das Geschehen rundherum. Er ist auch einer der Gründe, warum Eilish nicht aus dem Land flüchten will, auch wenn ihre Schwester Aìne in Kanada für die Flucht alle Vorbereitungen getroffen hat. Erst als ihr ein weiteres, schreckliches Unglück widerfährt, entscheidet sie sich um.
Das Cover ist passend zur Story gewählt, dunkel und erdrückend. Dennoch hat mich der Roman von Paul Lynch samt seiner Schreibfeder begeistert, den durch seine stellenweise poetische Ader gab es auch Raum zum Atmen. Der Autor verbannt Absätze und Redezeichen und doch konnte ich der Erzählstil fliessend lesen und gut verstehen, wusste stets welche Figur sprach und konnte die Sprache somit geniessen, was natürlich für andere LeserInnen evtl. stolpernd sein kann. Ein Highlight und absoluter Lesegenuss.
Mit dem Buch „Eine Fingerkuppe Freiheit“ hat der deutsche Autor und Musiker Thomas Zwerina ein aussergewöhnliches Porträt über einen Menschen geschaffen der eine bahnbrechende Erfindung für seinesgleichen ins Leben gerufen hat. Louis Braille, ein kleiner 7-jähriger Junge aus dem 19. Jahrhundert, wächst in einem behütenden Elternhaus in Coupvray östlich von Paris auf. Er ist blind, doch nichtsdestotrotz ist er ein sehr aufgeweckter, aufmerksamer und intelligenter Junge mit aussergewöhnlichen Begabungen. Dank wohlwollender Menschen in seiner Umgebung wird Louis gefördert, er besucht die Dorfschule und schafft es ins Internat für Blinde in Paris aufgenommen zu werden. Er besitzt für sein Alter eine beispiellose Ausdauer fürs Lernen, aussergewöhnlich ist auch sein absolutes Gehör für Musik, das ihn schon bald zu einem begabten Cellist und Organist werden lässt. Ständig auf der Suche nach Herausforderungen, möchte er die Blindenschrift verändern. Den so wie es jetzt im Internat mit der erhabenen oder geprägten Buchstabensysteme gelehrt wird, ist nicht nur für Louis Braille sondern auch für alle anderen Schüler blindenunfreundlich. Da kommt ihm die Erfindung einer Schrift von Charles Barbier de la Serre, ursprünglich als Geheimschrift für das Militär erfunden, gerade recht. Thomas Zwerinas Buch ist eine Darstellung des Lebens von Louis Braille, dessen sonderbare Geschichte durch Zwerinas einfühlsamen Stil lebendig wird. Es ist schnell deutlich wie begnadet, vielschichtig und sprachbegeistert der Autor sich hier spiegelt. Der Schreibstil ist poetisch, anspruchsvoll, für gewisse Leserschaft evtl. auch zu langatmig. Dennoch wunderschön und voller Farben.
Es war das Cover, das mich ansprach. Diese Stille… Ruhe… und doch wirkt es irgendwie so rau und geheimnisvoll. Im Buch der Autorin Roisin Maguire segelt man nach Ballybrady, ein malerisches kleines Dorf an der Küste Irlands, taucht ab und begegnet dann Grace. Grace ist eine eindrucksvolle, derbe, ältere, grossgewachsene Frau. Sie ist rau wie die See und die Landschaft, hat einen räudigen Köter mit dem sie gerne zusammen und viel unterwegs ist, geht ihren Hobbys nach und betreibt sogar einen Online-Shop. Sie hat eine Vergangenheit über das sie nicht spricht und man spürt das ihre Person durch dieses Geschehnis geformt wurde, deswegen sie im Dorf auch als eine eigenwillige Person betitelt wird. Doch auch wenn sie schroff und kantig daherkommt, ist Grace ein herzensguter Mensch. Den Lebensunterhalt verdient sie sich mit der Vermietung ihres Ferienhauses am Strand und der nächste Mieter bringt einiges mit sich: Evan, den Grace in Gedanken als Stadtmensch oder Stadttrottel bezeichnet, nimmt sich nach einem schweren Schicksal, und auf Grund dessen seine Ehe kriselt und die Mutter seiner Kinder ihn nicht mehr erträgt, für eine Woche eine Auszeit und fährt an die Küste. So mal der Plan von Evan, doch die Pandemie und der ausgerufene Lockdown verlängern jedoch seinen Aufenthalt. Die ersten Tagen schläft er nur, liegt faul auf der Couch in diesem düsteren kleinen Steinhaus herum das erdig riecht und das fast kein WLAN-Empfang besitzt, hört dem Meer draussen zu und wartet sehnlichst auf eine Mail-Antwort von seiner Frau Lorna. Als sie sich doch noch äussert ist Evan komplett überfordert. Seine Gedanken die ihn nun ins negative als ins positive lenken, treiben ihn immer mehr in den Abgrund und als noch sein 8-jähriger tauber Sohn Luca zu ihm kommt wird es nicht einfacher. Diese wundervolle Geschichte von der nordirischen Autorin Roisin Maguire hat einen Erzählstil das leicht, schnörkellos und direkt ist. Die Szenen sind wundervoll gezeichnet, schaffen Bilder und lässt uns Leser abtauchen. Ich fühlte mich stets in einer wunderschönen Atmosphäre gehüllt. Ebenfalls lässt die Autorin einem das Meer schmecken und den Tang riechen, man spürt die Kälte des Wassers, die Wärme der Liebe und die raue Natur samt ihren Eigenschaften. Die Figur Grace ist einfach zauberhaft, raubeinig und schert sich nicht um Konventionen, was mir sehr gut gefallen hat. Auch das Setting mit dem Beginn vom Lockdown ist Roisin Maguire sehr gut gelungen, denn es ist nicht zu dick aufgetragen und die eigentliche Geschichte samt ihren Charakteren, die genau so anders und l(i)ebhaft sind, bleiben im Vordergrund. In jeder der 352 Seiten spürt man wie kraftvoll Tiefe in einem Buch sein kann. Ich habs geliebt diesen Roman zu lesen in dem es um Herausforderung, Freundschaft, Familie, Trauer und Vertrauen geht und ich hoffe auf mehr solche klugen Erzählungen.
Drehbücher, Unterhaltungs-, Historien- und Kriminalromane hat die deutsche Tanja Weber bereits verfasst. Ihr neuer Roman “Unter dem Moor” beschreibt das Schicksal dreier Frauen, die nicht nur der Handlungsort miteinander verbindet. Sie setzt drei Frauen in das Dorfleben am Stettiner Haff: Da ist die 14-jährige Gine aus Berlin, 1936 verschickt die Nazi-Administration sie für ein Landjahr dorthin. Die Bedingungen für die jungen Mädchen dort sind hart, die Arbeit ist anstrengend, die Aufsicht streng. Gine muss die Zähne zusammenbeißen, denn Aufgeben ist keine Option, dennoch muss sie Schreckliches erleben. In der DDR von 1979 lebt die 20-jährige Mutter Sigrun mit Sohn und Ehemann Achim in diesem Örtchen und versucht mit ihrem eingeengten Leben zurecht zu kommen. Obwohl sie ihren Mann und ihren Sohn liebt, fällt ihr das sehr schwer. Und in der Gegenwart nimmt sich die junge Berliner Ärztin Nina dort eine Auszeit. Burn-out, sie sucht zusammen mit ihrer Hündin “Ayla” Abgeschiedenheit und Ruhe, stattdessen macht sie einen grausigen Fund. Nach und nach werden die Verbindungen dieser drei Frauen und deren Schicksale offenbart. Auch das Setting ist bild- und lebhaft, was durch eine schöne Sprache begleitet wird und auch überzeugt. Somit schafft die Autorin eine besondere Atmosphäre von Melancholie, Düsternis und so lässt es sich gut in diese Welt eintauchen. Der Roman liest sich flüssig und ist sehr spannend.
Mit “Wir werden jung sein” hat der Berliner Drehbuchautor, Journalist und Schriftsteller einen unterhaltsamen, gut recherchierten, flotten und überraschenden Roman auf 300 Seiten gebracht. Vier Menschen die eins gemeinsam haben: ein Jugendlicher, kurz vor seinem ersten Sex; eine Frau, die verzweifelt Mutter werden will; ein greiser Immobilienpatriarch und eine ehemalige Spitzenschwimmerin, sie alle sind am Herzen erkrankt und ihre Heilungschancen sind aussichtslos. Sie schlucken ein noch nicht erprobtes Heilmittel, das der Wissenschaftler Martin Mosländer, er selbst ist der fünfte Proband, an der Berliner Charité entwickelt hat. Das Medikament schlägt sofort an, hat aber auch eine interessante Nebenwirkung: Es macht die Testpersonen biologisch jünger. Als die Existenz der “Verjüngungspille” publik wird, wollen alle das Wundermittel haben. Persönliche und weltpolitische Ansichten verstricken sich. Aktivisten entführen Professor Mosländer und drängen ihn dazu, das Medikament nur für bedürftige, mittellose Menschen herzustellen. Die Spitzenschwimmerin schwimmt wieder Weltrekorde und wird des Dopings bezichtigt, die verzweifelte Mittvierzigerin wird endlich schwanger, doch was für ein Kind wird sie zur Welt bringen? Mit der Verjüngung kommt auch eine ethische Zerreissprobe für die Gesellschaft wie auch für jeden Einzelnen. Humorvoll und ernst zugleich ist der neue Roman von Maxim Leo, ein Buch das inspiriert, unterhält und für viel Diskussionsstoff bereithält. Eine klare Leseempfehlung!
Um 1900 schafften viele Juden in Wien einen erstaunlichen Aufstieg. Als Selfmademen und -women befreiten sie sich aus der Armut. Über einen von ihnen hat die deutsche Autorin Shelly Kupferberg ein Buch geschrieben: ihren Urgroßonkel Isidor, oder Innozenz oder Ignaz, aber Isidor hieß ursprünglich Israel und dieser Name war verräterisch. Isidor kommt aus der jüdischen Ultraorthodoxie, aus dem Osten Galiziens, einem kleinen Schtetl bei Lemberg. Auch fast alle seine Geschwister legen ihren jüdisch klingenden Namen beim Weggang in die Stadt Wien ab. In Wien ist Isidor eine wichtige Persönlichkeit, nicht nur innerhalb der Familie Grab-Geller. Er hat sich aus ärmlichsten Verhältnissen hochgearbeitet. Im K&K-Reich der Habsburger bringt er es zum Kommerzialrat. Er ist vermögend und ein bekannter juristischer und ökonomischer Berater. Er lebt in einer riesigen Wiener Palais und besitzt viele Wertgegenstände, nebenbei auch Kunst. Bis 1938 dann in Isidors Leben ein Bruch statt findet und Österreich nun Ostmark heisst. Ich empfinde diese tolle Buch eher als ein Stück Zeitgeschichte, ein historisches Zeugnis der vergangenen Zeit eines jüdischen Lebens, als einen Roman. Shelley Kupferberg erzählt die Geschichte ihres Urgrossonkels ganz unaufgeregt und das schöne ist auch das die Menschen um Isidor ebenfalls Platz im Buch finden. Ein schönes Portrait und eine Hommage an die Stadt Wien.
Der neue Roman von Caroline Wahl “Windstärke 17” ist ein Spin-Off von “22 Bahnen”, der mit der gleichen rauen Brise auf Erfolgskurs setzt. Die Story der bockigen, wilden und zugleich verletzlichen Ida geht weiter, während ihre Schwester Tilda ihr Platz im Leben gefunden zu haben scheint. Sie flieht von zu Hause, kündigt die Wohnung und gibt sich die Schuld in dem sie glaubt, nicht gut genug auf ihre Mama aufgepasst zu haben. Der Handlungsort ist norddeutsch und Ida findet sich nach dem Tod ihrer alkoholkranken Mutter auf der Ostseeinsel Rügen wieder. Gegen ihren Gefühlssturm springt sie täglich in die Wellen - je rauer die See und das Wetter, umso besser. Um finanziell durch die Runden zu kommen, fängt sie an in der Robbe, einer Kneipe, zu jobben, dessen Wirt Ida bei sich und seiner Frau Marianne wohnen und aufpäppeln lässt. Ida blüht allmählich auf, dann komme Leif in ihr Leben und zieht einen neuen Sturm in ihre Gefühlswelt auf. Caroline Wahl schreibt in einer knappen und rauen Sprache die ich so noch nie aber sehr gerne gelesen habe. Ein Buch für Herz, Seele und Heilung.
Der Roman „Aspergers Schüler“ von Laura Baldini ist in zwei Zeitebenen aufgebaut, man reist als Leser nach Wien, 1986: Als Sarah, eine deutsch-englische Doktorandin für Psychologie, nach Wien zieht um zu Dr. Johann Asperger zu recherchieren, stolpert sie dabei über seine unklare Rolle während des NS-Regime Zeit und ist fassungslos über eine Klinik Namens Spiegelgrund. Mit Hilfe von Stefan, einen angehenden Journalisten der einen Zeitungsartikel über den Spiegelrund schreibt, durchforsten sie zusammen Archive der Kliniken und decken immer mehr über die Tätigkeit des Kinderarztes und seine Kollegen auf. War Dr. Hans Asperger nun Retter oder Mörder? Oder war er beides? Wien,1926: Erich, ein acht Jahre alter Junge, kommt nach schrecklichen Jahren in einer Pflegefamilie in die Uniklinik zu Dr. Hans Asperger, ein gläubiger Katholik und geachteter Kinderarzt. Erich und all die Kinder an dieser Heilanstalt sind anders. Sie sprechen nicht, sie schlagen um sich, schreien, haben keinen sozialen Umgang, nehmen keinen Blickkontakt auf, können Ironie nicht gut verstehen und haben ausgeprägte Sonderinteressen - sie sehen und fühlen die Welt mit anderen Augen. In dieser Klinik wiederum spürt Erich das es hier für ihn anders sein wird, er fühlt das man ihn mit Respekt begegnet, ihn besser versteht und öffnet sich der liebevollen und einfühlsamen Krankenschwester Viktorine, den bei ihr fühlt er sich wohl und sicher. Bei mehrerer Beobachtungen stellen Dr. Hans Asperger und die Krankenschwester Viktorine bei Erich fest, das er ein Talent für Zahlen hat und einwenig artikulieren kann, was für den Wiener Kinderarzt und Heilpädagoge bahnbrechend und ein wichtiger Bestandteil für seine Forschung ist. Der Anschluss Österreich an das Deutsche Reich verändert jedoch vieles in der Heilungsanstalt. Ärzte wie Pfleger flüchten oder werden entlassen, sie werden durch Nicht-Jüdische neu ersetzt und während Asperger sich mit den neuen Machthabern arrangiert, weiss Viktorine durch ihre unglaubliche Entdeckung das es im Spiegelgrund für alle Kinder lebensbedrohlich wird, auch für Erich. Was mir persönlich sehr gut an diesem Roman gefällt, ist der Aufbau den sich Laura Baldini alias Beate Maly ausgedacht hat. Man hüpft ab jedem Kapitel in einer der Charakteren und spürt in den Worten und dem Schreibstil dass die Autorin nebst der Schreibkarierre mit Kindern arbeitet, die ebenfalls das Asperger-Syndrom haben. Erich habe ich sehr ins Herz geschlossen, den seine Schilderungen aus seiner Sicht, Gefühls- und Gedankenwelt machen nachdenklich und man empfindet Empathie. Ein kleines Zitat von ihm gab mir einen kleinen Einblick wie Menschen mit Autimus denken/fühlen: “Ich habe geschrien, um meine Stimme zu zu hören, und habe mit den fäusten gegen meine Stirn gehämmert, um mich zu spüren, und bin unter den Tisch geklettert, um mich geschützt zu fühlen”. Dieser Satz wird glaube ich ewig in meinem Herzen eingebrannt sein. Durch die zwei Zeitebenen erfährt man mehr über die Tätigkeit des berühmten, aber auch berüchtigten Arztes, seiner Kollegen und der liebenvollen Krankenschwester Viktorine Zak, die historisch belegt sind. „Aspergers Schüler“ beruht auf wahren Begebenheiten - Fiktion mit eingebunden. Für mich war es sehr spannend mehr über Dr. Hans Asperger und den historischen, schweren Aspekt zu erfahren und durch die süsse eingefädelte Lovestory wirkt die Erzählung weniger schwer als sie scheint, denn sie bringt viele schöne und schmunzelnde Momente.
Manchmal frage ich mich ob ein Leben zwischen Buchseiten passt. Im Fall von diesem Roman gibt Barbara Kingsolver die Antwort auf 864 Seiten und zeichnet das tragische Leben von Demon Copperhead. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der Junge Demon Copperhead - so genannt wegen seiner vorlauten Art und der roten Haaren -, der in einem Trailer in den Wäldern Virginias geboren wird. Sein Vater tot, seine noch sehr junge Mutter drogenabhängig, muss er sich allein durchs Leben kämpfen das geprägt ist von Armut und Verlusten. Trotz der vielen Rückschläge lässt sich Kingsolvers erschaffener Held nicht den Lebensmut nehmen. Inspiriert von Charles Dickens “David Copperfield” erhielt Barbara Kingsolver den Pulitzer-Preis sowie den Women’s Prize for Fiction. Wunderbar übersetz von preisgekrönten Dirk van Gunsteren.
Der Autor Tom Hillenbrand erzählt in seinem neuen Roman “Die Erfindung des Lächelns” von dem spektakulären Raub der Mona Lisa im Jahr 1911. Eine Geschichte das auf Fakten beruht und jeden Leser nach Paris anfangs des 20. Jahrhunderts enführt. Am 22. August 1911 wird das berühmte unvergleichliches Lächeln aus dem Pariser Louvre gestohlen - die Welt ist entsetzt. Commissaire Juhel Lenoir Grenzen sperren und Bahnhöfe überwachen, doch leider vergebens, Leonardo da Vincis La Gioconda bleibt verschollen. Doch erst dank dem Raub erhält das Gemälde seine heutige Bekanntheit. Tom Hillenbrand führt seine Schreibfeder gekonnt durch das Treiben der französichen Metropole. Er gibt dem Leser das Gefühl inmitten der pariser Gesellschaft zu sein, streift durch das pariser Künstlerviertel, pausiert in einem Künstler-Cafe, trifft auf Debussy und Strawinsky, geht auf dekandente Feste und andere Etablissements und das ganze verpackt der Autor mit einer Prise Krimi. Kein geringerer als Pablo Picasso und sein Freund, der Dichter Guillaume Apollinaire, werden verdächtigt, ihre Finger bei dem Diebstahl des Bildes im Spiel gehabt zu haben. Stimmt nicht? Es stimmt aber fast alles in diesem Roman. Und es riecht nach Revolution und Umsturz im Jahr 1911. Danke Tom Hillenbrand für das tolle Lesevergnügen.
- In Danke Dottie
Eine 1.85m grosse Frau mit medizinischen Doktortitel hat grosse Ambitionen und ist leiden(wissen)schaftlich dabei den Poliovirus auszuradieren… in einer Zeit in der weibliche Ärzte noch belächelt wurden. Dorothy Horstmann erlebt täglich hautnah die beängstigenden Zustände der Epidemie und setzt für die Kinder ihr privates Leben in den Hintergrund. Dorothy Horstmann ist eine Frau die viele nicht kennen, aber für die Menschheit grosses geschaffen hat. Lynn Cullen hat einen wunderbaren Schreibstill der einfach perfekt in der Zeit der 40er 50er Jahre passt. Wer “Eine Frage der Chemie” von Bonnie Garmus liebte, sollte sich diesen Roman nicht entgehen lassen.
„Wenn du erzählst, erblüht die Wüste“ ist der neue Roman von Rafik Schami und gleichzeitig mein erstes Buch von dem Autor. Schon auf den ersten Seiten wird seine besondere Erzählkunst sichtbar. Bevor die Geschichte beginnt, erzählt der Autor kurz, wie das Buch entstand. Aus der umfangreichen Bibliothek seines Vaters, der ein leidenschaftlicher Büchersammler war, sind nur noch wenige Bücher übriggeblieben, da dessen Haus in Damaskus durch den Krieg schwer beschädigt wurde. Eines dieser Bücher war ein sehr altes, handgeschriebenes Buch eines anonymen Autors mit dem poetischen Titel „Wenn du erzählst, erblüht die Wüste“. Rafik Schami erzählt nun die vielen Geschichten aus dem Büchlein neu und hat damit einen wundervollen Roman erschaffen. Das Buch besteht – neben der Haupthandlung, zu der es zwischendurch immer wieder zurückgeht - aus vielen Kurzgeschichten, die in Themen unterteilt sind. Von List und Lüge, Mut und Feigheit, Klugheit und Dummheit, von Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit über Vernunft und Aberglaube bis hin zu der Liebe – dieses sind nur einige Themen aus den wunderbaren Geschichten, die zum Grossteil von den Einwohnern erzählt werden, die aus den unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten kommen. Es wird mal mystisch und etwas orientalisch mit dem Flair von 1001 Nacht, mal humorvoll und heiter, aber auch mal ernst und nachdenklich stimmend, aber oft einfach unterhaltsam mit einer ganz besonderen Atmosphäre. Gleichzeitig sind in den Erzählungen auch viele wichtige Botschaften enthalten. Auch, dass es immer wieder zurück in die Hauptgeschichte geht, hat mir sehr gut gefallen – die Wege von Prinzessin Jasmin und ihrer Zofe Nura sowie Geschichtenerzähler Karam und vielen weiteren interessanten Nebencharakteren lassen sich interessant verfolgen. Sehr beeindruckend ist die gesamte Erzählweise: Ruhig, angenehm und atmosphärisch dicht, ist man sofort gefangen in dem Buch, in dem keine Langeweile aufkommt. Auch diese manchmal leicht märchenhafte-poetische Art ist sehr gelungen. Mein Fazit: Ein wundervoller Roman mit beeindruckender Erzählkunst. Die Hauptgeschichte wird untermalt von unzähligen kurzen Geschichten. Für gewisse LeserInnen kann es auch zuviele Kurzgeschichten sein - diese sind jedoch vielfältig und durch den insgesamt schönen, leichten und einnehmenden Schreibstil des Autors sehr lesenswert. Ein Buch, das unterhält und gleichzeitig auch wichtige Botschaften vermittelt. Gleichzeitig ist auch das Hörbuch, gelesen von Wolfgang Berger, wunderschön zuhören. Ein Minusstern fürs Hörbuch muss ich trotzdem geben, die Kapitel sind - teils bis zu 50 Minuten - einfach zu lang.
Dieses war das erste Buch von Kai Meyer den ich gelesen habe und es wird bestimmt nicht das letzte sein. Der Autor erzählt die Geschichte von Arthur, Mara und Liette in drei Zeitebenen. Jede Zeitebene schmückte er gekonnt mit einem Hauch Krimi, dazu verwebt er die Geschichte mit Liebe, Schmerz, Spannung, historische und mystische Ereignisse in einander so grandios und einzigartig, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand weglegen kann. Das Setting wechselt zwischen Sankt Petersburg an die Cote d’Azur und in die Stadt der Bücher, nach Leipzig in das Graphische Viertel. Das Buch atmet durch seine Figuren und man mag sie alle. Viel möchte ich nicht verraten, sondern lesen Sie selbst der raffinierte, wunderschöne und grossartiger Roman.
Der neue Roman vom Autor Daniel Speck ist unglaublich tief, bildlich, intensiv und farbenprächtig, dies färbt auch auf die Charkateren der Geschichte ab, die sie wiederum liebevoll, authentisch, wild und charismatisch darstellen lässt. Die Geschichte spielt in zwei Zeitebenen und wir als Leser begleiten Lucy und Lou durch die Geschichte die im Jahr 1968 seinen Anfang hat. Das Cover des Buchs lässt uns bereits erahnen, dass der Mantel der Geschichte sich mit love, peace und freedom kleidet und immer mitdabei sind die Beatles. Lucy, eine Yogalehrerin, hat Erfolg, Familie und Kinder aber kein peace of mind, war noch nie in Indien und durchlebt momentan eine Kriese, erfährt während eines Yogakurses von ihrem Vater Lou, dass ihre Mutter Corinna spurlos verschwunden ist. Auf der Suche nach ihr, entscheiden die beiden an den Ort zurück zugehen, wo alles begann - nach Rishikesh in Indien. Als sie dorthin aufbrechen, erfäht Lucy nach und nach mehr von ihren Eltern und ihrer Herkunft, wie alles zusammenhängt und über Lous Geheimnis… und, sie findet ihren Weg zum peace of mind. Ein lebendiger Roman, den ich absolut lesenswert finde und gerne für Musikliebhaber, Althippies, Reisefans und Yogis empfehle. Diese Buch war keine Sekunde langweilig. Der Schreibstil fand ich flüsslig und modern, sogar Hippiesch
und mit der hintenaufgeführten Playlist gibt es sogar noch Meldoien zwischen den Zeilen.
Ein Kloster in Italien, zur Zeit der Renaissance ist nicht so langweilig wie man denk. Schwester Beatrice, die Bibliothekarin des Klosters, findet in den Sachen von zwei verletzen Frauen ein geheimnisvolles Buch. Das Buch wird ihr anvertraut, den aufgrund dieses Buches wurden die zwei Frauen verfolgt und misshandelt. Nun weiss Beatrice das es geheimnissvoll und faszinierend sein muss und versteckt es vorerst. Sie möchtes es ergründen und merkt das mit diesem Buch auch eine grosse Gefahr mit sich bringt. Den besonders ein Mann möchte es an sich reisen, koste es was es wolle. Die Hetzjagt im Kloster beginnt. Beatrice’ Wesen ist unnahbar, sie ist introvertiert, manchmal grob und unfreundlich, doch im Verlauf der Geschichte ändert sich dies. Der Schreibstil ist sehr gut und es liest sich flüssig, trotzdem waren mir manche Szenen zu verworren, ich konnte dem Geschehen nicht immer ganz folgen – aber das Buch weglegen kam trotzdem nie in Frage.
“Auch ein Vogel kann ein Sklave sein, aber selbst in seinem Käfig singt er noch.” Bildgewaltig, ehrlich, dramtatisch, spannend wie auch grausam erzählt James Hynes einen gelungnen historischen Roman in einer Zeit des römischen Reichs. Aufrichtig und ehrlich schildert der Autor die Geschichte eines kleinen Jungen, der viele Übernamen hat und doch keinen richtigen besitzt, selbst er kennt seinen Namen nicht, der in einem Bordell im Reich des alten Roms aufwächst. Wir reisen ins 4. Jahrhundert nach Christus, wo Sklaverei, Gewalt und Brutalität den Alltag bestimmten, dies wird schonungslos im Buch auch dargestellt. Auch dem kleinen Jungen bleibt nichts von alldem erspart und man geht als Leser emotional mit der Erzählung mit. Und doch hofft man für den Sklavenjungen, das auch er eines Tages auf Liebe, Freundschaft und Freiheit trifft. Ein sehr intensiver Roman mit starker Sprache, nichts für sensible Seelchen.
Als ich das Cover etwas länger betrachtete, ahnte ich dass dieser dieser Roman mich auf Zeitreisen führen wird, und ich entschloss mich mit den Unbändigen mitzugehen. Wow! war das ein Abenteur. Emila Hart schreibt hier einen zauberhaften Roman, das drei Frauen mit drei verschiedenen Leben, die durch eine gemeinsame Familiengeschichte eng miteinander verbunden sind. Kate 2019, Violet 1942 und Altha 1619. Eins haben sie gemeinsam, die besondere Verbindung zur Natur und Tieren. Kate gefangen in einer toxischen Beziehung mit Simon, flüchtet in das Cottage das sie von ihrer Grosstante Violet geerbt hat. Dort erfahrt sie nach und nach wer ihre Ahnen waren und setzt so die Puzzelteile ihrer Familiengeschichte zusammen die bis in Jahr 1619 zurückführt, zur der Zeit als Altha wegen Mord durch Hexerei vor Gericht steht. Es war wundervoll zu sehen wie sich die Charakteren verändern, aus sich heraus wachsen und entwickeln. Man fühlt und fiebert so sehr mit ihnen. Der angeneheme Schreibstil hat gepunktet und durch die kurzen Kapitel bleibt es immer non-Stop spannend. Das Buch enthält gewalttätige Abschnitte zu Misshandlungen und hat kein positives Männderbild. Die Autorin hat mich mit ihren Debütroman umgehauen, vielen Dank dafür Emilia Hart.
Zwei Zeitebenen hervorragend verknüpft. Wunderbar zu lesen ist Jarka Kubsovas Schreibstil, voller Bilder und Melodien zwischen den Zeilen. Ein Buch das unter die Haut geht und nachdenklich stimmt. In diesem bewegenden Roman entführt uns die Autorin Jarka Kubsova in die unberührte Schönheit der Hamburger Marschlande vor rund 500 Jahren und verknüpft gekonnt die Geschichte zweier Frauen. Wir begegnen im Roman Abelke und Britta. Abelke Bleken lebte im Jahr 1583 als selbständige und selbstbestimme Bäuerin in der Marsch und führte den geerbten Hof ohne Mann sehr erfolgreich und kannte sich gut mit dem Wetter und den Gegebenheiten der Landschaft aus. Für viele war dies ein Dorn im Auge, somit wurde Abelke zum perfekten Sündenbock und der Hexenprozess war nicht mehr weit. In der Gegenwart ist Britta, eine Geografin und Ehefrau zweier Kinder. Sie ziehen aufs Land etwas ausserhalb von Hamburg. Sie fühlt sich nicht angekommen am neuen Ort und geht oft spaziern um sich etwas abzulenken. Darauf hin entdeckt sie das Abelke-Bleken-Ring Strasseschild. Bei der Recherche zu dieser Frau stellt Britta immer mehr Parallelen zu ihrem Leben fest, auch wenn Jahrhunderte dazwischen liegen, haben sie vieles gemeinsam. Hut ab an die Autorin, der Hintergrund ist sensationel recherchiert, das Buch universell und wenn man erfährt das es Abelke tatsächlich gab hinterlässt ihre Geschichte Spuren im Herzen.