Ich hatte mich nicht getraut, früher zu schreiben, um nicht die anderen in der Leserunde zu spoilen, aber nachdem unsere Moderatorin die letzte Diskussionsrunde eröffnet hat, darf ich wohl meine Zurückhaltung ablegen.
Florries Geschichte hat mich tief berührt! Vor allem im Wissen darum, dass solche Schicksale junger, unverheirateter Mütter noch gar nicht so lange zurückliegen - auch in unserem Land nicht. Da packt mich regelmässig der Zorn darüber, was in christlicher Haltung für Verbrechen geschehen sind. Tragisch finde ich, dass Florrie damit leben muss, nicht zu wissen, was aus ihrer Tochter geworden ist und vor allem, dass Florrie sich irgendwie auch noch schuldig fühlt!!
Mit dem Hintergrund von Renata ist der Autorin wirklich ein Coup gelungen. Jetzt ist auch das Bild der Nachtschwalbe klar. Und wir erfahren, wie stark das Motiv der Rache und des Nicht-Verzeihen-könnens Leben vergiften kann. Es ist offensichtlich, dass Renata nie ein unbeschwertes Leben hat führen dürfen - eigentlich hat sie dank Nancy lebenslängliche Angst gelebt.
In den letzten Kapiteln fügt Susan Fletscher die ganzen Puzzleteile, welche sie im Roman gestreut hatte, zusammen. Der Gedanke, dass die todkranke Nancy ein so böses Spiel betreibt, kam mir sehr spät. Vor allem, wenn ich bedenke, dass sie nicht davor zurückgeschreckt hat, Arthur sozusagen als Kollateralschaden umzubringen. Meine Antipathie gegenüber dem Arzt Dr. Mallory fand ihre Bestätigung.
Florrie ist sich bis zum Ende treu geblieben und ich finde, dass all ihre Gedanken zu ihrem vergangenen Leben nun absolut stimmig sind. Für mich als Leserin ist es sehr schön, dass sich für Florrie und Stanhope nun eine Zukunft öffnet.
Nochmals danke ich der Book Community, das ich dieses Buch habe lesen dürfen.
Euch allen vom BC Team und den Lesenden in der Runde wünsche ich besinnliche Weihnachten und für 2024 viel Glück, Gesundheit - und viele neue spannende Bücher!