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pangie

  • vor 9 Tagen
  • Beitritt 30. Mai 2021
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  • 1519 Punkte
  • Das Buch ist keine gewöhnliche, kitschige Liebesgeschichte. Die Geschichte handelt aber von der Liebe und über die Liebe und zeigt auf wie verschlungen und auch irrational die Liebe sein kann. Neben der Liebe handelt das Buch von vielen anderen Themen und die Geschichte ist dadurch sehr vielschichtig. Eines dieser Themen, welches für mich herausstach, war der Verlust von Familie, sowohl durch unterschiedliche Weltansichten als auch dem Tod. Beide Arten von Verlusten sind schmerzhaft und verletzend auf ihre individuelle Weise. Die Charakteren der Personen empfand ich als spannend, kontrastreich und interessant zum Kennenlernen. Während Anna zu Beginn die Person verkörpert, die sich stark unterordnet, manchmal unnahbar wirkt und sich selbst nicht so wirklich zu kennen scheint, geht sie im Verlauf des Buches für ihre Träume los und verwirklicht sich. Nik machte auf mich anfangs den Eindruck, dass er mehr Freiheiten besitze. Allerdings wird im Verlauf der Geschichte klar, dass er möglicherweise sogar noch stärker «gefangen» ist wie Anna. Er hat eine sanftmütiges, einfühlsames Naturell, ist jedoch häufig der Vermittler und von starken Schuldgefühlen geplagt. Dem entsprechend verhält er sich oft so als hätte er das Glück nicht verdient und lässt sein Leben recht lange passiv geschehen.

    Nach dem zweiten Teil war ich mir nicht mehr so ganz sicher, was noch im dritten Teil passieren sollte. Die Zeitsprünge waren für mich in diesem Teil gar nicht mehr von Bedeutung und soweit ich mich erinnern kann, wurde die Geschichte in relativ chronologischer Reihenfolge weitererzählt. Im dritten Teil bekam Paul Mendozas Charakter bisschen mehr Tiefgang und ich hatte zum Ersten Mal das Gefühl, dass ich zumindest teilweise verstehen kann, wieso er so ist, wie er ist. Ich denke nicht, dass eine schwierige Vergangenheit oder Erlebnisse für das Verhalten, welches man zutage legt, entschuldigen. Aber es hilft manchmal mehr Einblicke zu gewinnen und Dinge besser einordnen zu können. (Man merkt wahrscheinlich, dass das gerade ein Thema ist in meinem Leben 😉.)

    Durch den Austausch hier online im Book Circle empfand ich die Lektüre als  intensiver wie wenn ich nur so für mich ein Buch lese. Es regt mich zu mehr Gedanken zum Gelesenen an. An dieser Stelle vielen Dank an alle fürs Teilen eurer Gedanken.

  • JS-9404 Vielen Dank für die Buchempfehlung! Das muss ich definitiv auch mal lesen. Der Vergleich der unterschiedlichen Beschreibungen - direkter versus weniger offener Art - ist bestimmt spannend.

  • Mit den Zeitsprüngen kam ich in dieser zweiten Etappe besser klar und langsam ordnen sich die unterschiedlichen Fragmente zu einem grossen Ganzen.

    Jede Person trägt ihr Rucksack mit Problemen und Themen mit sich rum. Als aussenstehende Person und in der Leserrolle sind diese Schwierigkeiten und deren Ursprünge einfacher zu erkennen. Keines der im Buch beschriebenen Paare führt meiner Meinung nach wirklich eine intakte, gesunde Beziehung und ich bin wirklich gespannt wie sich diese Beziehungen im nächsten Teil entwickeln, vielleicht wandeln, werden.

    Bei Anna frag ich mich, ob sie sich selbst verloren hat oder ob sie sich eher selbst nie wirklich kennen lernen konnte, da sie sich dauernd an das jeweilige Umfeld anpasst. Ihr religiöses Umfeld finde ich spannend beschrieben. Durch die wenigen Infos bleibt die Glaubensgemeinschaft, der Anna angehört, auch mystisch und nicht so ganz fassbar für mich. Ich denke, wenn man mit grossen Erwartungen an Einblicke in das Leben als Mitglied einer streng religiösen Gemeinschaft die Lektüre gestartet hat, wird man hier wahrscheinlich eher enttäuscht sein.

  • Ich melde mich auch noch etwas verspätet mit meinen Eindrücken zum ersten Teil der Lektüre.

    Durch die Triggerwarnung war ich bisschen darauf vorbereitet, dass das Thema Selbstmord aufkommen wird. Trotzdem haben mich der Anfang wie auch das Ende des ersten Teils mitgenommen und Teile davon haben sich sogar in meine Träume geschlichen.

    Die Zeitsprünge sind interessant und ich kenne diese Erzählform aus anderen Büchern, jedoch werden hier viel schneller Spotlights auf unterschiedliche Momente gerichtet. Das machte einen chaotischen Eindruck, der aber wiederum gut zu den Ereignissen und den unterschiedlichen Einblicken in die Vergangenheit passt.

    Das Thema um Annas Glauben und der Glaubensgemeinschaft, der sie angehört ist interessant und wir Leser erfahren nach und nach mehr darüber. Jeder von uns wächst in einem «System» auf mit gewissen «Spielregeln» auf, die uns prägen. Doch ich stelle es mir schwierig vor, wenn man feststellt, dass dieses «System» für einen nicht wirklich passt, die «Regeln» da aber so strickt sind, man ausbrechen möchte, aber auch merkt, dass man alles dabei verlieren wird, wenn man diesen Schritt wagt.

    Das Familienkonstrukt bei Nick Zuhause ist speziell. Der Vater stellt seine Bedürfnisse klar über jene seiner Familie und scheint auch nicht wirklich fähig zu sein Beziehungen aufzubauen und zu pflegen. Nicks Mutter hingegen verkörpert die Fürsorge und ihre plötzliche Abwesenheit war ein einschneidendes Ereignis in die Kindheit von Nick und Sal.

    Ich sammle Sätze aus den Büchern, die ich lese und einer meiner Favoriten aus der bisherigen Lektüre ist: «Das Leben besteht aus lauter kleinen Siegen, an die man sich später nicht mehr erinnert.»

  • Auch ich habe mein Exemplar erhalten, welches sich nun in meiner Tasche auf dem Weg zur Arbeit befindet. 🙂

    Ich freue mich auf den Austausch mit euch allen.

  • Hallo zusammen

    Ich war ganz erstaunt, als ich die Meldung entdeckt habe, dass ich erneut bei einer Leserunde dabei sein darf, da ich gerade erst bei einer dabei war und meine Chancen daher nicht als besonders hoch eingeschätzt hatte. Nun warte ich, wie wahrscheinliche alle hier, ganz gespannt auf die morgige Post und versuche in der Zwischenzeit noch mein jetzige Buch-Lektüre zu beenden. 😉

  • Es ist total spannend diesen Austausch online zu verfolgen und die Meinungen anderer zu hören, denn üblicherweise, lese ich ein Buch, rede darüber, aber in meinem Umfeld hat es öfter niemand gelesen und wenn gelesen, dann sicherlich nicht gleichzeitig. Deswegen hier an die ganze Runde: Vielen Dank für den spannenden Austausch!

    Auch ich bin Mitten in Zürich am Ende des Buchs angelangt. Mit einem Lächeln habe ich festgestellt, dass das Buch einige Spuren vom vielen Mittragen zeigt – ein kleiner Beweis, dass ich das Buch doch nicht weglegen konnte. Beim Lesen der zweiten Etappe war ich durch die vielen Szenen, die meiner Meinung nach nicht immer so einen Zusammenhang zeigten etwas irritiert gewesen und habe mir bisschen Sorgen gemacht, wie die Geschichte aufhören würde. Auch war für mich der Spannungsbogen nicht so wirklich spürbar, wie man es bei einem klassischen Krimi erwarten würde. Am Ende haben sich viele der «Puzzlestücke» jedoch zu einem Gesamtbild zusammengefügt. Ich würde mich über eine Fortsetzung zu Rosa Zambrano freuen, denn ich mag es, wenn man die Personen und deren Umfeld bereits kennt und ein Gefühl von Vertrautheit aufkommt und man gleichzeitig beobachten kann wie sich die Protagonisten weiterentwickeln.

  • Eigentlich habe ich bei der Arbeit ordentlich zu tun, deswegen geniesse ich es um so mehr im ÖV ins «Tiefe, dunkle Blau» abzutauchen. Bevor ich nun über die erste Etappe hinaus lese und möglicherweise spoilere, schreibe ich hier gerne mal kurz ein paar meiner Gedanken zu den ersten Seiten.

    Der Schreibstil gefällt mir sehr und durch die bekannten Orte und Events kann ich mir das Geschehen besonders gut vorstellen.

    Für mich war mit dem wiederholten Element der Segelschuhe ziemlich schnell klar, dass dies ein Hinweis auf die Identität des Opfers sein muss. Allerdings denke ich, hätte die Enthüllung der Identität und dass Rosa das Opfer kennt vielleicht noch etwas gekonnter aufgelöst werden können.

    Dagegen werden zum Beispiel Hinweise zu Richis Person sehr subtil und gekonnt beschrieben und bei genauerem Betrachten ist mir aufgefallen, dass die Autorin eigentlich gleich mehrere Gründe liefert, weshalb Richi sich in seiner Kindheit manchmal Fehl am Platz gefühlt hat.

    Das verlassene Schiff «Venus» passt momentan für mich nicht so ganz ins Bild. Ich bin mal gespannt, wie sich dies in die Geschichte einfügen wird.

  • Loreen Ich stimme dir zu. Ich wüsste auch gerne weshalb sie nicht mehr bei der Kripo ist. Da muss irgendwie mehr dahinter stecken.

  • Fanny

    Hallo zusammen

    Zu meiner grossen Freude ist mein Exemplar gestern ebenfalls mit der Post eingetroffen. Ich habe mich zum ersten Mal auf so eine Leserunde beworben und absolut nicht damit gerechnet, dass ich schon so bald teilnehmen darf. Deswegen ein herzliches Dankeschön ans Orell Füssli Book Circle Team!

    Da ich in Zürich in der biomedizinischen Forschung tätig bin, passen sowohl der Ort wie auch das Thema des Buches hervorragend. 😃

    Ich habe bereits etwas reingeschnuppert und freue mich auf den Austausch mit euch.