Zottel-Pommel

  • Beitritt 12. Nov 2020
  • 0 Gefolgte Mitglieder0 Mitglieder folgen mir
  • Profil

  • 1231 Punkte
  • Dieser Roman handelt von einem eiskalten Anwalt namens Wallace Price, der sich unerwartet und widerwillig mit dem Tod beschaffen muss. Das komplizierte daran ist, dass es sein eigener Tod ist und dieser Wallace gerade sehr ungelegen kommt.

    Diese Geschichte hat mich sehr berührt und zum Nachdenken angeregt. Der T. J. Klune schafft es, dass man sich auf eine ruhige und einfühlsame Art und Weise mit dem sensiblen Thema “Tod” beschäftigt. Sein leichter und erfrischender Schreibstil lässt die Geschichte flüssig und einfach zu lesen und das wirklich tolle Cover verspricht zurecht eine etwas curiose, aber auch humorvolle Sicht der Dinge. Das Buch ist nichts für jene, die spannende Fantasy-Abenteuer oder Geschichten mit aufregenden Geschehnissen suchen. Das Buch ist für diejenigen, welche eine Wohlfühlgeschichte brauchen und sich dabei an einen Lieblingsort (am besten mit einer Tasse Tee😊) zurückziehen und in eine etwas andere Welt eintauchen möchten. Fans von “Das Café am Rande der Welt” von John Strelecky oder ähnlichen Geschichten werden dieses Buch bestimmt sehr mögen.

    Ich kann das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen!😊

  • Hallo zusammen

    Ich habe das Buch gestern fertig gelesen und auch ein paar gemischte Gefühle.

    Die Meinungsänderung des Managers fand ich auch viel zu schnell und irgendwie nicht nachvollziehbar. Tappe da noch ein wenig im Dunkeln und verstehe es nicht ganz. Dass Nelson durch die Tür gegangen ist, war zwar vorhersehbar, jedoch wurde das ganze wunderschön umgesetzt und auch, dass Apollo mitgegangen ist, fand ich total schön. Diese Szene hat mich sehr berührt. Die grössten gemischten Gefühle habe ich bei der Tatsache, dass Wallace und Hugo zusammengefunden haben…ich liebe romantische Geschichten, jedoch hatte ich von Anfang an das Gefühl, es wäre in dieser Geschichte nicht ganz passend. Der Autor hat es aber geschafft, dass ich das doch sehr kitschige Ende irgendwie doch ganz gut akzeptieren kann und es sich gut in die Geschichte einfügen konnte. Der Hirsch und das Erscheinen des blauen Lichtes hat mich sofort an den Patronus von Harry Potter erinnert, weshalb ich mir eine andere Erscheinung gewünscht hätte. Das Buch fand ich dann aber gegen Ende sehr spannend aufgebaut. Der Autor hat das super geschafft, obwohl die Geschichte grundsätzlich nur an einem Ort stattfindet und daher zur Langeweile hätte tendieren können. Dieses Buch werde ich sicher weiterempfehlen. Mein Bruder (Primarlehrer) hat dieses Buch mit seiner Klasse gelesen und die unbeschwerten Gedanken der Kinder waren echt toll und spannend. Er empfand es eine schöne Form, das Thema Tod und was danach kommt anzusprechen. Ihn hat es auch überzeugt, dass dabei vermittelt wird, dass im Leben weder Herrkunft, noch die Form von Liebe irgendeine Rolle spielt und dass daraus nichts Besonderes gemacht wird…da es eben normal ist.

    Zusammengefasst finde ich es eine wunderbare Geschichte, die wirklich Raum für Diskussionen schafft und zum Nachdenken anregt. Die einfache, ruhige und farbige Darstellung dieser Geschichte fand ich total schön zu lesen und ich freue mich jetzt sehr, “Mr, Parnassus’…” in die Hände zu nehmen. 😀

    Ich finde auch, dass dieses Buch eine wunderschöne und beruhigende Vorstellung nach dem Tod schenkt und man dadurch auch mit einem Lächeln an die bereits von uns gegangenen Seelen denken kann. Ich glaube, dass der Autor uns viele Dinge mit auf den Weg geben möchte und vieles wurde bereits gesagt. Nachdem ich das Buch im Garten auf dem Liegestuhl fertig hatte, legte ich es zur Seite und war ein paar Minuten total in Gedanken versunken und ertappte mich dabei, wie ich doof vor mich hin lächelte…für mich stehen nicht die Worte an erster Stelle, die der Autor uns mitteilen möchte, sondern das Gefühl das ich nach dem Lesen hatte und jetzt immer haben werde, wenn ich an das “unglaubliche Leben” danach denken werde.

    Vielen herzlichen Dank, dass ich dabei mitmachen durfte und vielen Dank an die anregenden Gedanken von euch allen!

    • Stephanie1991 hmmm diese Frage habe ich mir auch schon gestellt, aber vielleicht ist das ja eher ironisch gemeint und er wird erst ein unglaubliches “Leben” haben, nachdem er gestorben ist…🤔

      • lea_g Das mit dem Abdriften und dem sich selber fragen, was man in einer solchen Situation tun, denken und fühlen würde, passiert mir seitdem auch sehr oft. Schon alleine aus diesem Grund finde ich das Buch bis jetzt super, auch wenn die Geschichte einem nicht gefällt oder die Art, wie sie geschrieben ist…die Gedanken regt sie auf jeden Fall an und wird hoffentlich dem einen oder anderen Leser vor Augen führen, was wirklich wichtig ist im Leben. Aber auch ich habe schon viele Bücher in dieser Art gelesen und hoffe wie Elisa_ auch, dass es nicht das typische Schema beibehalten wird und dass Wallace schlussendlich tot bleibt…vielleicht wird er ja auch auf der Fähre bleiben, um sich so um die Menschen zu kümmern, was er ja bisher nicht gemacht hat.

        • Eure Interpretationen darüber, dass uns das Buch sagt, man solle achtsamer durch die Welt gehen und sich Zeit für die schönen Dinge zu nehmen, finde ich absolut treffend. Deshalb passt in meinen Augen auch sehr gut, dass es sich bei der Fähre um eine Teestube handelt. Tee wirkt im allgemeinen entspannend auf Körper und Geist. Wer gerne Tee trinkt weiss, wie beruhigend und wärmend er ist und einem hilft herunterzufahren. Man kann sich bei einer Tasse sofort geborgen fühlen, weshalb ich nicht glaube, dass dieser Tee von Hugo auf magische Weise zulässt, dass man in Erinnerungen zurückgehen kann. Ich denke vielmehr, dass er diese Erinnerungen einfach wieder weckt. Erinnerungen, die verdrängt wurden und nur mit einem Trigger (in diesem Fall der Geruch) geweckt werden kann. In vielen Kulturen wird das Trinken von Tee speziell zelebriert und auch Hugo scheint seine Teekräuter liebevoll zu schätzen und sieht in einem einfachen Getränk etwas wunderbares. Ich kann mir vorstellen, dass man “leicht” in Panik geraten kann, wenn man seinen eigenen Tod realisiert und man sich dann auch noch damit befassen muss, an einen Ort zu gehen, bei dem man nicht weiss, was auf einen zukommt. Ein solch ruhiger Ort finde ich als Zwischenhalt deshalb sehr angenehm und beruhigend. Ich glaub aber nicht, dass wir erfahren werden, was sich hinter der Türe befindet, denn niemand weiss, was nach dem Tod sein wird und so sollte es meiner Meinung auch in dieser Geschichte bleiben. Ich mag Fantasy sehr, aber dieses Buch ist für mich nicht geeignet, zu sehr auf andere Welten einzugehen, sondern vielmehr sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren.

          Obwohl der Haken doch etwas verstörend wirkt, interpretiere ich ihn so, dass Hugo die Toten sozusagen einfängt und sobald das geschieht, kein Weg zurück führt. Den Fischen ist es ja in der Regel auch nicht möglich, sich selber vom Haken zu lösen. Ausserdem bohrt sich dieser Haken ja in die Brust von Wallace, wobei er vielleicht nicht nur eine Bindung aufbauen und ihn somit jederzeit finden und schützen kann, sondern auch besser den Weg zu seinem Herzen findet und ihn so auf eine Weise “wecken” und berühren kann, die Wallace nie zugelassen hätte.

          Ich habe zwar die homosexuellen Bemerkungen gelesen, aber irgendwie nicht so realisiert. Der Gedanke, dass gerade diese beiden eine Liebesbeziehung aufbauen könnten, bringt mich ein bisschen in einen Zwiespalt. Meine romantische Seite fände diese Beziehung in einer solchen Geschichte unerwartet schön und äusserst erfrischend. Da ich mich aber sehr auf das Thema Tod in dieser Geschichte einlasse und mich darauf konzentriere, was da alles noch für Bedeutungen zu interpretieren sind, fände ich diese Beziehung andererseits irgendwie weit her geholt und etwas “rein gequetscht”. ich hoffe, dass Wallace die Liebe noch erfahren darf, egal mit wem, ich hoffe aber, dass sich diese unaufgeregt in die Geschichte einfügt, ohne dass sie das Hauptthema dieses Buch wird, denn meiner Meinung nach ist dieser Roman keine Liebesgeschichte.

          Ich bin gespannt, was ihr alle noch so für Gedanken habt. Es ist spannend wie die Gedanken anderer, auch wenn man nicht gleicher Meinung ist, einen selber wieder neu zum grübeln bringt und auch Sichtweisen mitbringten, die man sonst nie gehabt hätte. Macht echt Spass eure Kommentare zu lesen. Viel Spass euch weiterhin und ein schönes Lese-Wochenende mit Wallace. 😃

        • becksy Ich muss mich dir da absolut anschliessen. Nelson bringt einem mit seiner Art zum lächeln. 😃 Ich bin gespannt, wie sich die Beziehung von Wallace und Hugo noch weiter vertiefen und verändern wird. Die beiden erinnern mich stark an John und dem Koch Mike aus “Das Café am Rande der Welt”. Und ich denke auch, dass sich die Hintergrundgedanken dieser beiden Autoren sehr ähneln.

          Trotz relativ gemütlicher Atmosphäre, finde ich die Geschichte auf eine ruhige und intime Art sehr spannend. Es gibt noch so vieles zu erfahren wie eben die Bindung von Wallace und Hugo und wird Wallace sich allenfalls entscheiden zu bleiben? Wie steht Hugo zu der Frau mit der er zusammensitzt? Was waren die Gründe, weshalb Nelson nie durch die Tür gegangen ist und geht er vielleicht doch irgendwann noch?

          • Es ist erstaunlich, wie schnell man bei Wallace die ersten Anzeichen einer Wendung sieht. Hätte nicht gedacht, dass diese bereits jetzt eintrifft. Ein unsympathischer und kalter Anwalt, solange er noch hofft, dass sich die Situation ändern wird. Aber an diesem Punkt, an dem er merkt, dass er diese nicht kontrollieren und steuern kann, wird er ein kleines Stück menschlicher und fängt auch bereits an, die ersten tiefgründigeren Gedanken zu bekommen…er entdeckt sogar auch die eine oder andere Emotion in sich (wieder). Man versteht nun, warum er so geworden ist und weiss aber gleichzeitig auch, dass alles gut wird und nichts verloren ist.

            Ich bin gespannt, was Hugo mit dieser Frau am Hut hat.🤔

          • Obwohl man ja bereits von der Buchbeschreibung und spätestens nach den ersten Seiten eigentlich weiss, in welche Richtung diese Geschichte geht, ist sie bis jetzt so geschrieben, dass man trotzdem gespannt bleibt, wann und wie die Wendung eintreffen wird. Dieses Buch ist wirklich ein “nicht-weglegen-können-Buch”. Der Schreibstil wurde bereits treffend beschrieben: Ironisch und humorvoll…bis jetzt findi ich es echt klasse!😊

            • Mir wird es bestimmt in der vorgegebenen Zeit reichen die entsprechenden Seiten zu lesen, wäre aber auch dafür, wenn wir mehr Zeit einrechnen würden, sofern es jemandem oder mehreren Teilnehmern zu schnell geht. :-) Von meiner Seite aus also absolut kein Problem und diejenigen sollen einfach Bescheid geben, denen es nicht reicht. :-)

              • Hallo zusammen 😃 Ich freue mich sehr auf die Leserunde, da auch ich noch nie bei sowas dabei gewesen bin und auch mir ist dieses Buchcover schon ins Auge gefallen. :-) Habe mir das erstere Werk “Mr Parnassus’ Heim für magisch Begabte” gekauft, werde dies aber demnach erst mal auf die Seite legen.

                Liebe Grüsse von der Neuen #2 - auch Tanja 😆