tanisha-b
Für die Februar-Callenge wollte ich mir ein Buch suchen, von dem ich noch nie etwas gehört habe. Ich habe den Titel “Bevor ich alt werde” gefunden. Das Cover besticht zwar nicht gerade mit einer fröhlichen Farbigkeit, immerhin kann ich aber vier verschiedene Farben (genau genommen sind es sogar mehr) erkennen.
Der Inhalt dieses Romans wird wie folgt beschrieben:
»Die Frage war nicht, ob , die Frage war, wann man diese Stadt verlässt. Hanover, Ontario.« Charlotte, genannt Charlie, ist das Mädchen an der Gitarre. Mit den Jungs ihrer Band hofft sie auf den Durchbruch. Zu Hause hat sich ihre Mutter schon lange einer Diagnose ergeben, eine heimtückische Erbkrankheit, die mit nicht geringer Wahrscheinlichkeit auch in Charlotte schlummert. Doch das Versprechen der Jugend ist riesig, und Charlotte will ein freies Leben. Sie nimmt ihre erste Platte auf, es warten Toronto, Detroit, Berlin. Hanover hat sie längst hinter sich gelassen – aber die mögliche Krankheit rückt näher. Spätestens als sie Jason trifft und irgendwann ein Kinderwunsch im Raum steht, muss sie sich der Frage stellen, ob sie sich testen lassen soll. Ob sie wissen will, was ihr Leben für immer bestimmen könnte. Altwerden könnte bei ihr früh beginnen.
Mitreissend erzählt Daniel Mezger von einer Auflehnung gegen ein perfides Schicksal, das eine junge Frau mit ihrer Mutter bereits vor Augen hat. Ihre Freiheitssuche beschert ihr immerhin eine launische Musikkarriere, und mit treibendem Groove wird die womöglich fatale Diagnose überholt, überspielt und mit lapidaren Dialogen vom Sockel der Betroffenheit geholt.
An diesen Schreibstil musste ich mich zuerst gewöhnen. Sind es die teilweise ellenlangen Sätze, die sich abwechseln mit extrem kurzen? Ich weiss es nicht. Die zeitliche Abfolge der Ereignisse werden nicht geradlinig erzählt. Ab und zu musste ich mich fragen: wo stehen wir jetzt auf der Zeitachse?
Es ist ein eigenartiger Roman, der ein schwieriges Thema aufgreift. Ich hätte mir darin ein wenig mehr Handlung gewünscht.