So, ich bin mit dem Buch nun durch. Meine Meinung hat sich nicht mehr gross geändert. Es gab Passagen, denen ich zustimme, bei anderen Passagen finde ich , dass die Beschreibungen doch etwas oberflächlich, einseitig oder generalisierend sind. Auch ich hätte gerne (wie @Callie) mehr Handfestes gehabt: Quellen? Theorie? Pragmatik? Ev. Sprechakttheorie? Auch ist mir bis zum Schluss nicht klar geworden, nach welchem Prinzip oder basierend auf welcher Grundlage die Autorin die Wörter auswählt hat.
Sehr enttäuscht war ich vom letzten Text über “Ja”. Im Einleitungstext heisst es, dass das Beste zum Schluss komme, entsprechend waren meine Erwartungen auch hoch. (Ja, ich geb’s zu, ich hab’ den Einleitungstext wohl falsch verstanden und das “Beste zum Schluss” bezieht sich wohl nur auf die Happy Ends bei den Storys…). Trotzdem: “Ja” ist natürlich positiv konnotiert und wir machen ganz vielen Leute eine Freude, wenn wir ihnen zustimmen, aber dass wir “ja” zu selten sagen und schreiben, glaube ich nicht. Ich persönlich (und ich weiss, dass es vielen anderen auch so geht) habe mir z.B. vorgenommen, weniger “ja” und mehr “nein” zu sagen. Natürlich ist es schön, wenn ich jemandem sagen kann: “Ja, natürlich erledige ich die gesamte Arbeit für dich!” oder “Ja, natürlich darfst du all deine Freunde zum Mittagessen nach Hause bringen.” Aber (und ja, ich verwende das Wort absichtlich! Ich will einen Einwand ausdrücken und die Meinung meines Gegenübers schwächen!) jede Art von Zusage kann ganz viel Aufwand nach sich ziehen, den ich nicht immer bewältigen will oder kann. “Ja” ist oft einfach eine zu einfache Antwort, weil ich jemanden nicht enttäuschen will oder weil ich keine Zeit habe, meine Position ausführlich darzulegen. Natürlich verteile auch ich gerne “Jas”, ich begegne Leuten auch lieber offen und zuvorkommend, helfe gerne oder bestärke sie in ihrem Vorhaben. Aber diese leichtfertige Verwendung von “Ja”, wie sie im Text suggeriert wird, heisse ich absolut nicht gut.
So, jetzt bin ich gespannt auf eure Meinungen!
Frage an die Autorin: Nach welchem Prinzip oder basierend auf welcher Grundlage wurden die Wörter ausgewählt? Gab es z.B. vorgängig eine Analyse eines Korpus’? Warum wurde darauf verzichtet, mehr theoretische Grundlagen einzubinden?