Der letzte Teil des Buches hat auch mich noch einmal zum Nachdenken angeregt.
Wie wichtig seine Frau Marta für Nils war, zeigt sich unter anderem daran, dass er sein Schiff nach ihr benannt hat. Allerdings war sie darüber keineswegs erfreut. Sie wirft ihm sogar vor, dass ihm sein Boot wichtiger wäre als sie (S. 175): Du bist nur deinem Boot treu, so war es immer (…) wenn ich sterbe kannst du die ganze Zeit auf deinem Boot sein.
Auch die Erinnerung an seinen jüngeren Bruder Ivar fällt Nils schwer. Er hat ihn nie vergessen, doch lange Zeit verdrängte er diese Erinnerungen. Erst zum Ende seiner eigenen Geschichte gibt er der Erinnerung an seinen Bruder nach. Er scheint sich Vorwürfe zu machen, seinem Bruder nicht rechtzeitig geholfen zu haben, respektive zu spät gekommen zu sein - ihn nicht verstanden zu haben, als er Hilfe am dringendsten gebraucht hätte (S. 158): Ich habe gefragt, ob du mich unter die Erde bringen kannst…
Dies könnte einer der Gründe dafür sein, warum er seinen Passagieren immer zugehört hat und denjenigen geholfen hat, die Unterstützung brauchten. Und dies ist im Fjord offenbar nicht unbemerkt geblieben… zumindest könnte man dies aus den Botschaften aus dem Radio schliessen.
Nils war glücklich auf dem Fjord. Luna beschreibt es so, dass er «erstrahlt sei», wenn er mit dem Boot auf dem Fjord unterwegs war. So steuert er nun, nachdem er sein ganzes Leben lang über den Fjord gefahren ist, auf das offene Meer zu… dorthin, wo Marta auf ihn wartet.
@DrQuinzel: Bücher von Frode Grytten wären ein guter Grund mal wieder auf Norwegisch (Nynorsk) zu lesen… vor allem auch, weil die Auswahl an seinen auf Deutsch übersetzten Bücher nicht sehr gross zu sein scheint.