Ich habe gerade gemerkt, dass ich zwar schon vor sehr langer Zeit die gesamt Rezension geschrieben, mich hier aber noch gar nicht zum dritten Teil geäußert habe… das neue Jahr geht ja genauso weiter, wie das alte aufgehört hat 😂
Der letzte Teil des Buches bleibt genau in diesem ruhigen, fließenden Ton, den man inzwischen kennt. Nichts kippt, nichts wird plötzlich laut – und gerade dadurch wirkt alles umso stärker. Man erfährt mehr über die Familie, über die Kinder, die irgendwann ihr eigenes Leben leben, und über das Loslassen, das damit ganz selbstverständlich dazugehört.
Der Tod der Frau und die tragische Geschichte des Bruders werden erzählt, ohne Pathos, ohne große Gesten. Es ist traurig, ja, aber wieder auf diese leise Art, die Grytten so gut kann. Nicht überwältigend, sondern still und nachwirkend.
Besonders berührt hat mich das Kapitel mit den Stimmen der Fahrgäste, die aus dem Radio kommen. Diese vielen kleinen Kommentare zeigen, wie positiv Menschen oft über einen denken – viel positiver, als man selbst es tut. Das ist ein einfacher, aber sehr schöner Gedanke, der hängen bleibt.
Die Wiedervereinigung mit Marta am Ende ist ein sanfter, stimmiger Abschluss. Kein großes Finale, sondern ein ruhiges Ankommen. Danach bleibt eine leichte Melancholie, ein Nachklang. Man legt das Buch weg und denkt nach – über Abschied, über Beziehungen, über das eigene Leben.
Am Ende bleibt für mich ganz klar: Das ist ein großartiges Buch. Nicht wegen der Handlung, sondern wegen der Stimmung. Wegen dieses stillen Fließens, das einen mitnimmt und lange nicht loslässt.
Wünsche euch allen ein tolles Jahr und DANKE für diese Leserunde und dass ich diesen Autor und dieses fantastische Buch kennenlernen durfte!