Manche Bücher haben die wunderbare Eigenschaft, einen sanft zu umhüllen und mit einer wohligen Wärme zurückzulassen – genau so ein Buch ist “Donnerstags im Café unter den Kirschbäumen” von Michiko Aoyama.
Das Buch ist in zwölf Kapitel gegliedert, wobei die Nebenfigur eines Kapitels zur Hauptfigur des nächsten wird. Dadurch entsteht ein kunstvoll verwobenes Netzwerk von Menschen, deren Leben auf subtile Weise miteinander verknüpft sind. Jede der Figuren steht an einem Wendepunkt, sei es beruflich oder persönlich, und begegnet dabei unerwarteten Möglichkeiten und neuen Perspektiven.
Ein besonders schönes Zitat aus dem Buch (S. 161) fasst diese Thematik treffend zusammen:
„Vielleicht spielte aber auch ein jeder von uns mehr oder weniger eine solche Rolle im Leben eines anderen Menschen. Wir lösen in einem anderen etwas aus und ermuntern ihn dadurch zu Veränderungen – ohne es zu wissen.“
Diese Vorstellung – dass jeder von uns unbewusst Spuren im Leben anderer hinterlässt – macht das Buch so berührend. Es erinnert daran, dass selbst kleine Begegnungen und Gesten einen grossen Einfluss haben können.
Die Sprache von Michiko Aoyama ist sanft, verspielt und leicht – ein Genuss zu lesen. Ihr Schreibstil vermittelt eine angenehme Ruhe und Tiefe, ohne jemals zu schwer oder melancholisch zu wirken. Mit seinen 192 Seiten ist das Buch kurz und hinterlässt einen bleibenden Eindruck und eine durchweg positive Stimmung.
Ein Buch, das einen mit einem warmen Herzen zurücklässt – wunderschön, inspirierend und sehr empfehlenswert!