Auf dem Rückweg von einer Party geraten Emory und ihr Bruder zusammen mit zwei Freunden in einen Verkehrsunfall. Joey, Emorys Bruder sitzt am Steuer - wie durch ein Wunder bleiben er und der Beifahrer unverletzt. Emorys Bein wird zertrümmert. Ihre Tanzkarriere ist vorbei. Candy ist tot.
Emory hat grosse Schmerzen, doch da ihr Bruder gerade aus der Entzugsklinik zurückkehrt, verweigert ihre Mutter Emory die Schmerzmittel. Alles, was Joey in Versuchung führen könnte, wird weggesperrt.
Emory hat plötzlich die Rolle der Aufpasserin inne. Dies obwohl sie mitten in der Pubertät sowie der Verarbeitung des Unfalls steckt und ausserdem mit der Tatsache zurechtkommen muss, die Schwester eines Junkie/Mörders zu sein.
Glasgow schafft es auf sehr einfühlsame Weise zu erzählen, dass jede Geschichte zwei Seiten hat.
Vordergründig sehen alle nur Joey, den Junkie, den Looser.
Für Emory ist ihr grosser Bruder so viel mehr. Er war stets ihr Beschützer, ihr Verbündeter, ihr Freund.
Tiefgründig erzählt die Autorin eine Geschichte, in welcher ein Mädchen dafür kämpft der Welt zu zeigen, dass Menschen mehr als nur eine Facette haben und das ein zweiter Blick sich immer lohnt.
Dabei bricht Glasgow alle Tabus. Drogen werden keinesfalls verherrlicht, sie sind vielmehr ein Mittel zum Zweck, um die Geschichte zu formen und zu erzählen. Der Fokus liegt auf Emory und ihrem Weg, sich mit dieser neuen, veränderten Situation abzufinden, in der sie plötzlich immer zweitranig ist, alle Konzentration und Aufmerksamkeit auf ihrem Bruder liegt und sie sich wieder in das Bewusstsein der Eltern kämpfen muss.
Diese Geschichte ist nicht niedlich zu lesen oder lädt zum Entspannen ein. Diese Geschichte geht unter die Haut. Dass sie erzählt wird, ist deshalb umso wichtiger.