Den Film '‘Once Upon a Time in Hollywood’‘ (engl. für ’‘Es war einmal in Hollywood’') aus dem Jahr 2019 fand ich einen Knaller, auch wenn ich ihn erst beim zweiten Mal schauen, zu schätzen wusste.
Tarantino hatte mich dann überrascht, indem er sich dem Schreiben von Büchern zugewandt hat, angefangen genau mit dieser Romanfassung vom Film. Sein Debütroman ist wahrhaftig besser, als erwartet und alle die den Film bewundert haben, werden mit diesem Spin-Off-Werk viel Spass haben.
Es macht jedoch wenig Sinn dieses Buch zu lesen, wenn man den Film nicht gesehen hat, in dem der Schauspieler Rick Dalton (die Figur von Leonardo DiCaprio) und sein Stunt-Double, Chauffeur und Kumpel Cliff Booth (Brad Pitt), sich mit ihrem fortschreitenden Alter und einer sich wandelnden Filmkultur auseinandersetzen, in der harte Hauptdarsteller durch eine neue Generation androgyner Langhaariger ersetzt werden. Wo in der Zwischenzeit Roman Polański und Sharon Tate ihren Status als Hollywoods Königspaar geniessen, während der Möchtegern-Rockstar Charles Manson und seine “Familie” planen, durch ein mörderisches Gemetzel eine gesellschaftliche Umwälzung auszulösen.
Interessanterweise handelt es sich nicht um eine direkte Übertragung der Ereignisse aus dem Film. Die beiden Versionen von Ricks und Cliffs Geschichte haben zwar eine Reihe von Szenen gemeinsam, aber selbst diese sind verändert und verlängert worden und es gibt zahlreiche neue Szenen und Figuren. Ich fand genau dies so gelungen, weil ich noch tiefer in die jeweiligen Figuren eintauchen konnte.
Tatsächlich wird jedoch der absolute Höhepunkt des Films (Rick, der die Killer-Hippies mit einem Flammenwerfer abfackelt), bereits in einer Sequenz nach etwa einem Drittel des Buches abgehandelt, ohne dass Einzelheiten genannt oder es noch einmal erwähnt wird. Das fand ich etwas schade, weil der Schluss des Films “hilarious” ist.
Um das Buch wirklich geniessen zu können, muss man schon grosser Tarantino-Fan sein und nach Möglichkeit empfehle ich dieses in Englisch zu lesen, um noch intensiver in die Tarantino-Dialoge und in seine Welt eintauchen zu können.