Teil 1
Zwei ungleiche ältere Komplizen, Berta Bartók (Köchin) und Alois Mistelzweig (Pianist) wohnen in einer grossen Villa in Zürich, welche sie von ihrer verstorbenen Arbeitgeberin Graffenried übernommen haben. Ihr Hinschied steht noch mit Fragezeichen. Die beiden haben eine Art Hassliebe, sind einerseits aufeinander angewiesen, andererseits ärgern sie einander nach Strich und Faden. Mistelzweig trägt einen Stetson und Bartóks Lieblingsduft ist Shalimar. Berta kann vorzüglich kochen, Alois eindrücklich Piano spielen.
Die tapsigen Komplizen halten sich mit Gelegenheitsdiebstählen bei Kasse. Bei einem geplanten Diebstahl lernt Mistelzweig die potenzielle Bestohlene kennen. Auch sie scheint ein wenig mysteriös. Sie kann den Diebstahl vereiteln und will es der Polizei melden, die Parteien können sich aber auf einen Deal einigen, Mistelzweig soll eine verschwundene Freundin suchen.
Sunil Mann hat dezenten Humor eingewoben, ein paar Pointen amüsieren den Leser sehr. Es ist ausgesprochen feiner, wertvoller Humor. Die Titelseite sieht mit den soften Farben sehr cozy aus, der Text ist etwas klein gedruckt, muss mich anstrengen zum Lesen. Die Situationen sind präzise beschrieben und ich hatte sofort Kino im Kopf.
Die Rädelsführer kommen richtig in Schwung und erweisen sich als schlaue Detektive, auch gut für die gegenseitige Beziehung. Hier lernen sie sehr wohl ihre gemeinsamen Vorzüge kennen. Sie sind talentierte Vortäuscher, Einbrecher, Kombinierer. Sie erstellen von der Vermissten ein Gesamtprofiling, damit sie herausfinden, wo sie stecken könnte.
Betr. Altersresidenz: Ich glaube, ich würde in eine Altersresidenz erst eintreten, wenn ich meine Haushaltung absolut nicht mehr hinkriege oder gebrechlich werde, dann wäre es auch zu spät sie vorher zu besuchen. Das heisst nicht, dass Altersresidenzen nicht gut sind im Servicing.
Ich freue mich weiterzulesen und herauszufinden wie die beiden kuriosen, drolligen Mitbestreiter im Fall weiterkommen und ob sie Emilie finden.