nata_lie
Entschuldigung, durch die Osterfeiertage und einen damit verbundenen Kurzurlaub, der nicht so entspannend war, wie gedacht, bin ich ein wenig im Verzug, nähere mich aber dem Ende des ersten Teils!
Ich muss mir nachher im Bett auch nochmal in Ruhe am Handy eure ganzen Beiträge durchlesen, finde toll, dass es so rege zugeht! Nur schreibe ich gerade schnell am PC meine Eindrücke nieder.
- Wie hat Euch der Einstieg gefallen? Hat Euch die Geschichte zwischen Jean und Claire sofort gepackt?
Ich war überrascht, weil ich mir bei dem Sujet und auch bei dem Maler irgendwie eine “anspruchsvollere” Geschichte vorgestellt habe, ohne dass ich das jetzt wertend meine. Claire ist so auf den ersten Blick “federleicht”, scheint aber ja auch eine etwas schwierige Vergangenheit zu haben.
- Wie gefällt Euch die Grundidee einer solchen Liebesgeschichte? Und wie gefällt Euch die Idee, dass Kunst «lebendig» wird?
Die Idee, dass Kunst lebendig wird, finde ich sehr interessant. Ganz viele kennen die Idee ja vermutlich aus den Harry-Potter-Romanen, wo sich Figuren ja auch innerhalb der Bilder bewegen können und mit den Betrachtern kommunizieren. Wobei ich glaube, da können sie sich nur innerhalb der eigenen Bilder bewegen, also Bilder, auf denen sie selbst zu sehen sind. Was mich bei “Zwei in einem Bild” nicht ganz überzeugt, ist allerdings die Art und Weise, wie sie einfach ins Bild steigen kann. Hier erhoffe ich mir dann doch noch eine Art “Erklärung”. Kann mir aber auch gut vorstellen, dass diese nie kommen wird. Es bleibt ja auch viel sehr vage. Wenn die Figuren sich beispielsweise nachts in einem anderen Bild bei Andromeda zur Party treffen, dann sind also die Bilder tatsächlich leer und das wäre noch nie jemandem aufgefallen? Witzig finde ich, dass das Original-Bild ja sehr “grob” gehalten ist von den Pinselstrichen her und dass dies offenbar auch bestehen bleibt, wenn Claire im Bild ist. Hier wäre doch aber vermutlich auch verstörend, jemandem mit so einem “groben” Gesicht gegenüber zu stehen? Darüber wird bis jetzt (bin auf Seite 90 circa) nichts geschrieben, außer, dass sie kurz ihre Arme vergleichen und Claire eben “normal” ausschaut im Vergleich.
- Wie interpretiert Ihr die Rolle von Kunst in der Geschichte bisher?
Kunst wird vom Objekt der Betrachtung zum eigenständigen Subjekt, was ich sehr interessant finde. Bleibt aber die Frage, inwiefern es sich wirklich um “Subjekte” handeln kann, wenn sie doch einerseits vom Künstler geschaffen wurden und andererseits nur eine gewisse Situation und eine gewisse Reife repräsentieren. Wie seltsam das Ganze auch sein mag, den Perspektiwechsel finde ich immerhin spannend, wenn auch derzeit noch nicht ganz schlüssig.
Und davon abgesehen scheint die Kunst für Claire eine ganz besondere Bedeutung zu haben, scheint sie doch eine große Verbindung zu Kunst zu haben, während ihre Kollegin die Bilder scheinbar gar nicht mehr wahrnimmt. Und das ist auch interessant hinsichtlich “Subjekt”/“Objekt”, denn obwohl hier die Kunstfiguren als eigenständig Handelnde beschrieben werden, sind sie für die Kollegin von Claire nicht existent, sondern weiterhin nur Objekte. Es braucht offenbar eine besondere Antenne, um die Handlungsfähigkeit der Figuren wahrzunehmen - inwieweit sind die dann überhaupt Subjekte? (Versteht jemand, was ich meine? Mich erinnert das an die Frage im Philosophie-Unterricht: “Wenn niemand einen Baum sieht, ist er dann überhaupt da?”) Ich hoffe, ich habe nun nicht zu wirr geschrieben, aber hier stellt sich doch durch die Kunst auch die berühmte Frage nach dem Sein an sich?
Nun gehe ich gleich mal ins Bett und widme mich dem Rest von Teil eins, sorry nochmal für die Verspätung.