Gegen Ende hatte ich immer weniger Lust, dieses Buch zu lesen. Ich weiß nicht, ob die Reise in der Mitte die Lust genommen hat, oder die eine oder andere Unlogik, die sich am Ende für mich aufgetan hat.
Gesamt war es eine schöne Geschichte, die Protas haben gut miteinander funktioniert, waren nicht nervig, manchmal sogar äußerst süss zueinander.
Der Ausgang war gut, aber vorhersehbar. Beim Start der Spiele habe ich mir tatsächlich gedacht, dass Iris erscheinen wird. Es gab ja immer wieder Andeutungen, dass sich Cassias und Nox‘ Magie verbindet, deswegen habe ich schon früher gedacht, dass Iris noch eine Rolle spielen wird.
Der erste Teil ist für mich gut abgeschlossen die Thematik der Spiele ist fertig. Klar wurde das Tor zu einem neuen Problem und zum neuen Buch aufgestoßen, aber für mich ist der Cliffhanger jetzt nicht so gestaltet, das ich vor Neugier fast platz.
Die Spiele waren für mich zu wenig präsent. Zu kurz, vielleicht, hab tatsächlich die Seiten grob und aufgerundet gezählt und kam doch auf 95 Seiten. Für das, dass die Spiele aber der Hauptkonflikt waren, war da zu viel drumherum. Tanzen, Bankette, Ausflüge feiern, sich Sorgen und Gedanken machen, sich hinterfragen und zweifeln. Und dann als die Spiele da waren, empfand ich sie nicht als spannend. Auch aus meiner Sicht bräuchte es definitiv ein anderer Klappentext.
Bei der Geistesprüfung habe ich es für mich dann so gesehen, dass beide ihr aufgeladenes (Generationen)-Trauma verarbeiten mussten, und da waren die Mutter und die Stiefmutter die Hauptursache.
Di ist für mich eine Art Bodydouble gewesen, sie wäre wirklich nur bis zur Prüfung die Prima gewesen. Das eine Freundschaft mit Cass entstanden ist, finde ich schön.
Dass einer der Höfe immer einen Heimvorteil hat, wurde eher zwischen den Zeilen mitgeteilt. Zum Beispiel die frühere Anreise der Teilnehmer/innen, dass sie sich an die Gegebenheiten anpassen können. Auf der anderen Seite hat der anreisende Hof die Überraschung auf ihrer Seite. Was sie in gewisser Weise mit Di ja ausgenutzt haben, aber noch besser hätten ausnutzen können.
Dass Iris ihren Frust bei den beiden ablädt, habe ich verstanden, weil ja die Menschen ihr Ansinnen falsch verstanden haben. Aus der Sicht von Nox und Cass war es schon ein bisschen unfair, da die beiden sich ja gerade Annähern und auch ihre Freunde waren gut miteinander ausgekommen. Die beiden haben sicherlich die Fähigkeit, die Höfe zumindest zu befrieden.
Im dritten Hof wird ein weiteres Artefakt warten, vielleicht auch die beiden Götter, ich habe keine Ahnung. Vielleicht wird sich Orches des Königs entledigen und nachher Krieg gegen den Sonnenhof führen. Aber ich habe mir noch nicht so groß Gedanken darüber gemacht, weil mich das zweite Buch nicht neugierig macht. Sehr wahrscheinlich zeichnet sich ja eine weitere Reise ab, was nichts für mich ist.
Neben dem Klappentext, den man ein bisschen abändern könnte, habe ich noch zwei weitere Kritikpunkte. Die Geschichte ist für mich persönlich nicht Enemies to Lovers. Cass und Nox hatten von Anfang an grosse Achtung füreinander. Auch wenn manchmal die Politik und Diplomatie vorgeschoben wurde, das die beiden anständig miteinander umgingen. Der zweite Punkt betrifft die zweite Prüfung. Der Priester kann mithilfe des Amuletts den Nebel und die Monster darin kontrollieren! Soleys Tod wurde mit diesem Wissen so richtig, richtig sinnlos. Warum lässt man beim Empfangskomitee am Anfang nicht einen Priester mitreiten? Dann wäre die Reise viel sicherer gewesen. Und auch würden nicht so viele Knochen im Nebel rumliegen (Oder gar keine). Wirft halt jetzt die Frage auf, ob die Nachthofpriester die wirklichen Bösen sind.
Allgemein habe ich mich immer ein bisschen hinterfragt, warum die Truppe nicht genauer vorbereitet wurde. Wie oft waren die Spiele jetzt schon am Nachthof? Dreimal? Die Sonnenhöfler müssten doch den Weg aus dem Effeff kennen und wissen wie gefährlich der Nebel ist. Auch habe ich mich gefragt, sind die Spiele jedes Mal gleich? Oder ist das einfach Thema der Aufgaben immer gleich? Da bin ich irgendwie nicht so richtig mitgekommen.
Was ich lustig gefunden habe, dass Reiseübelkeit als Trigger genannt wurde.