Mit dem zweiten Teil hatte ich etwas Mühe, aber das basiert rein auf meinem Geschmack. Ich mag Heldenreisen einfach nicht. Ich empfinde sie meistens als langweilig, weil alles was passiert, wird reinkonstruiert, um die Reise spannend zu machen. Zudem ist mir aufgefallen, dass der zweite Teil oft in die Gedankenwelt der beiden abgedriftet ist. Nach meiner Meinung mehr als im ersten Teil, oder es ist mir im ersten Teil nicht so aufgefallen. Manchmal kam die Geschichte nur aufgrund der Gedanken vorwärts. Die Sexszene ist einigermaßen gut geschrieben, aber sie liest sich wie in vielen anderen Büchern. Wenn ich davon lese, wie man von jemandem kostet, genau dieser eine Punkt getroffen wird, sich die inneren Muskeln zusammenziehen, das große O einen überrollt, man explodiert, dann überkommt mich irgendwie das Schaudern. Wieso, weiss ich auch nicht. Vielleicht weil ich so was schon zu oft gelesen habe? Falls jemand ein Buch gelesen hat, wo eine Sexszene nicht so perfekt abläuft, oder sogar schief, bitte, ich bin für Tipps offen.
Dagegen habe ich den Heiler Aykan spannend gefunden. Ihm und Nisha hätte ich irgendwie mehr Platz gegönnt, genau solche Figuren machen eine Geschichte nämlich erst lebendig.
Ich habe mir wegen Di und Cass und ihrer Stellung oder Beziehung wahrscheinlich zu hart den Kopf zerbrochen und mir zu viele Szenarien ausgemalt. Wahrscheinlich passt hier schlussendlich dass naheliegendste: Di ist die Zofe.
Soleys Tod wäre aus meiner Sicht nicht zu verhindern gewesen. Aus diesem einfachen Punkt, dass er Mittel zum Zweck war. Sein Leben und Sterben war Ausgangslage für vieles in der Geschichte. Deswegen hat mich sein Tod irgendwie auch nicht berührt. Solche Art Tode berühren mich eher selten. Mich hat nämlich der Anfang schon ein bisschen stutzig gemacht, dass einem jahrelang ausgebildeten Krieger dieser Fehler passiert ist. Zuerst war mir das gar nicht so aufgefallen, weil genau diese Szene wo Soley im Nebel verschwindet, die Sogkraft hatte, mich in das Buch hineinzusaugen. Aber jetzt so im Überblick denke ich ein bisschen anders darüber.
Was mich im Nachhinein auch ein bisschen nervt ist halt der Klappentext. Zwei Drittel vom Buch sind vorbei und von den Spielen ist irgendwie noch nichts in Sicht.
Wenn die Spiele dann endlich kommen, denke ich, wird die kurze Zeit vorher, inklusive ein, zwei Spiele der Grund sein, warum dieses Buch den Trope Enemies to Lovers bekommen hat. Die beiden werden sich jetzt eine kurze Zeit, vielleicht auch angestachelt durch ihre Eltern, hassen, dann werden sie wieder zusammen kommen und sich dann wieder trennen. Nicht umsonst wartet da ja noch ein zweites Buch.
Nox sehe ich nicht viel anders als im ersten Teil. Seine Rebellion ist, genau das Gegenteil von seinem Vater zu sein.
Das Cass noch eine weitere Rolle hat, hatte ich auch schon vermutet. Vielleicht auch, dass sie etwas mit der dritten Göttin zu tun hat. Aber vielleicht ist es auch hier das Naheliegendste und sie kann auch andere Sichtweisen erkennen und andere Menschen akzeptieren wie sie sind, obwohl sie und wahrscheinlich auch Nox in einem sehr engstirnigen Umfeld aufgewachsen sind.