Ich habe noch ein Februar-Buch fertig bekommen: Das Geheimnis der Glasmacherin
Die Geschichte hat mich schnell gefesselt. Der Schreibstil ist bildhaft. Man hat das Gefühl im Gedränge von Venedig selbst zu sein.
Der Leser begleitet die Familie Rosso, eine Glasmacher-Familie, über mehrere Generationen hinweg. Sie beschreibt wie Venedig und die Insel Murano die Pest überleben. Wie sie Freunde und Familienmitglieder verlieren. Wie sie mit Angst, dem Tod und Einschränkungen und Lebensmittelknappheit trotzdem überleben. Der Leser erfährt wie Venedig den Napoleon-Krieg übersteht, die Zwiespalt der ersten Eisenbahn und all die anderen Kriege bis in die Neuzeit. Selbst die Corono-Pandemie wird erwähnt. Durch all die Einschränkungen wird aufgezeigt, dass es eigentlich immer wieder die Frauen der Familie Rosso waren, die neue Geschäftsideen entwickelt haben und die Familie über Wasser gehalten hat, auch wenn dies Zeiten waren, in denen eine Frau “nichts wert war”.
Gegen Ende wurde das Buch für mich allerdings etwas langatmig. Das liegt vielleicht auch darin, dass man die Hauptfiguren von 1600-2019 begleitet. Die Hauptfiguren altern nicht entsprechend wie die Jahrhunderte in der Weltgeschichte vorüberziehen.
Andererseits hat die Autorin wahre Zeitgeschehnisse eingearbeitet und das Muranoglas gibt es noch heute.
Im Grossen und Ganzen ist das Buch ein Zeugnis der Geschichte, mit all ihren Höhen und Tiefen und eine unglückliche Liebesgeschichte.