J wie Jürgens Urda mit dem Buch Raissa Gorbatschowa. 🌟🌟🌟🌟
Es war ein Fund in einem offenen Bücherkasten. Es ist im Buchantiquariat noch erhältlich, weshalb ich oben den Link zu ZVAB eingefügt habe.
Urda Jürgens beschreibt in dieser Biografie das Leben von Raissa Maximowna Gorbatschowa auf eindrückliche, gut lesbare Art. Es ist kein biografscher Roman, entsprechend nicht ausgeschmückt, aber lebendig gehalten. Von der Kindheit, als Tochter in einer Eisenbahnerfamilie aufwachsend, eine Person, die stets nach Bildung und Kultur strebte und ausgezeichnete Leistungen erbrachte. Dies ermöglichte ihr auch Studium und Doktorat auf einem direkteren Weg, als dies anderen jungen Leuten ähnlicher Herkunft mit weniger guten Leistungen verfügbar war.
Es wird beschrieben, wie sie Michail Gorbatschow noch während dem Studium kennenlernte, sich die beiden verliebten und früh heirateten. Wo und wie sie wohnten, wurde davon bestimmt, welcher Posten Michail, der Rechtswissenschaften studiert hatte, zugewiesen wurde. Es war nicht frei wählbar. Auch die Wohnung und der entsprechende Komfort war von der Stufe der Funktion abhängig und wechselte entsprechend häufig. Die Berufstätigkeit von Raissa, die Elternschaft, das Engagement im kulturellen Bereich, die Bedeutung, welche sie in der Ehe hatte, natürlich bis hin zu den Jahren, als Michail hohe Posten innehatte, samt den entsprechenden gesellschaftlichen Aktivitäten, Staatsbesuchen und Empfängen.
Es war interessant zu lesen und hat auch mein Wissen über das Russland bis Ende des zwanzigsten Jahrhunderts erweitert. Erschienen im Jahr 1990 beschreibt es die Zeit bis ein paar Jahre vor den Tod (1999) von Raissa Gorbatschowa und historisch bis kurz vor der Staatspräsidentschaft von Michail Gorbatoschow. Die Kapitel sind sehr gut unterteilt, so dass immer eine Einheit präsentiert wird. So kann man auch gut ein Thema querlesen oder überspringen. Das Kapitel zur Garderobe, Kosmetik und Frisur von Raissa war für mich jenes, das ich nur überblicksmässig gelesen habe.
Eine wertvolle Lektüre.