Nun habe ich mein kleines Januarbuch zu Ende gelesen, es war Jakob schläft von Klaus Merz, ein wirklich kurzes Büchlein von gerade mal 75 Seiten. Ich kannte den Schweizer Autor überhaupt nicht und wunderte mich, wie meine Lesepartnerin aus Deutschland auf dieses gestossen war. Auf jeden Fall spielt die, auf dem Cover als “eigentlich ein Roman” bezeichnete Geschichte, in der Schweiz der 50er/60er Jahre und beschreibt, wie eine Familie in ihren Nöten, ihrer Hilflosigkeit und mit all ihren Defiziten weiterlebt. Es ist in extrem verdichteter Sprache und in einem fast lakonischen, aber poetischen Stil, beschrieben. Nicht leicht zugänglich, trotzdem berührend. Am besten sollte man es wohl noch ein- oder zweimal lesen, um die Eindrücke zu vertiefen. Für mich eine kleine Entdeckung.
(Habe gerade noch mit der Kollegin geschrieben und sie weiss auch nicht mehr, wie das Büchlein zu ihr gekommen ist. Vielleicht, so meinte sie, hätte sie es damals gekauft, weil ihr Sohn Jakob heisse.)
Dieses Büchlein war aus der Stadtbibliothek, aber in meinen Regalen stehen auch noch ein paar kürzere Bücher. Ich will schauen, ob es vielleicht noch für ein oder zwei mehr reicht …