Liebe Community, hier ein weiteres Feedback zur Januar Challenge, welche meinen SUB-Abbau in bemerkenswerterweise beschleunigt.
Leo Tolstoi . Wieviel Erde braucht der Mensch hier aus dem Inselverlag. Bei mir ist es leinengebundenes Büchlein ergattert im Brocki. Die Erzählungen sind aus Tolstois Zeit um 1880 herum, als er seine grossen Romane schon geschrieben, seine Sinneskrise bereits erfahren hatte und sich intensiv religiösen Fragen zuwandte, die auf Nächstenliebe und Pazifismus begründet waren. Diese fünf wunderbar aufgebauten, und sprachlich gelungen Erzählungen, laufen darauf hinaus, eine christliche und radikal friedliche Nächstenliebe zu propagieren. Eine für das Ende des 19. Jahrhundert und Anfangs 20. Jahrhundert revolutionäre und blasphemische Haltung, für die Tolstoi einige Jahre später aus der russ. orth. Kirche exkommuniziert wurde. Sehr interessant zu lesen, vor diesem geschichtlichen Hintergrund. (Danke auch an Wikipedia).
Claire Scott . Eine Fahrkarte für zwei ist eine ungleich leichte Geschichte. Ein Debüt.Roman über eine 39 jährige Frau aus Schottland, die aufgrund der verletzenden Erfahrung ihrer ersten Reise und dem Verlust der ersten Liebe, nie mehr die Stadt Bath verliess. Nur um es dann doch zu tun und ihre grosse Liebe findet. Nicht besonders spannend und zu vorhersehbar.
Michal Köhlmeier . Idylle mit ertrinkendem Hund Spoiler: der Hund ertrinkt nicht. Auch nicht sein Retter. Ein Schriftsteller der seinen Mentor so sehr verehrt, dass er ihm kaum unbefangen gegenübertreten kann. Als dieser ihn und seine Frau besucht, lernen wir die Lebens- und Familiensituation des Schriftstellers kennen, welche von einem schweren Schicksalsschlag geprägt ist. Die Geschichte wird, ganz Köhlmeier, langsam und unaufgeregt dargebracht - dieses Mal fast ein wenig zu langgezogen. Ich konnte wenig damit anfangen.
Peter Carey - Wrong about Japan war für mich ein tolles Buch! Der Vater reist mit seinem Sohn (13 Jahre) nach Japan und verspricht diesem, kein traditionelles Japan zu besichtigen, sondern das alltägliche. Welche Bedürfnisse und Vorstellungen der Vater auf diese Reise mitbringt und welche der Sohn und wie unterschiedlich diese sind, wird natürlich erst im Laufe der Reise klar. Und so bleiben einige Konflikte und Missverständnisse nicht aus - auch nicht Enttäuschungen und dann wieder unerwartet freudige Überraschungen. Da ich selbst mit meiner Tochter (damals 17) in Japan gereist bin, konnte in zu vielen Ereignissen eine Verbindung aufbauen. Hat mir gut gefallen.