Die Autorin hat für jeden Monat des Jahres lustige oder denkwürdige Erlebnisse auf Berndeutsch zusammengestellt: Sie thematisiert im Februar das Treibhaus des Vaters („Vatters Trybhüsli“), im März den Anstand („Aastang“), im Mai den Erdbeerkuchen („Äbbeerichueche“) oder im August die Sprachkenntnisse („Sprache sött me chönne“).
Erster Eindruck: Ein schlichter Titel auf dem kleinformatigen Büchlein mit 96 Seiten – gefällt mir.
Ich mag Geschichten auf Berndeutsch („Bärndütsch“) sehr gerne, denn dies ist meine eigentliche Muttersprache, nicht etwa die Schriftsprache. Das Berndeutsche hat, wie andere Dialekte auch, diverse Ausprägungen: Jemand, der aus dem Seeland kommt, spricht ein anderes Berndeutsch als jemand, der zum Beispiel aus dem Berner Oberland kommt. Und ältere Leute verwenden oft noch „alte“ Ausdrücke, die die Jungen heute zum Teil gar nicht mehr kennen.
Wie einleitend erwähnt, werden Geschichten durchs Jahr erzählt. Nun war bereits die Aufzählung der Monate für mich überraschend, denn es hat etliche Monate, deren Namen mir nicht gebräuchlich waren, zum Beispiel: April = „Aberelle“, Juni = „Braachet“, gefolgt vom Juli = „Höimonet“. Die letzten drei Monate des Jahres heissen hier „Wymonet“, „Wintermonet“ und „Christmonet“.
Die Lektüre war unterhaltsam und ich fühlte mich wie einem Volkstheater: „Aber Brichte u Lache höhle irgendwie der Mage uus, u drum bringt d Bärewirti, wül si’s afe weiss, no gly eis der Magefahrplan. Itz wird gspanyflet, was eim ächt guet tät oder wurd gluschte.“ Herrlich. Viel zu schnell war das Büchlein ausgelesen; von mir gibt es 5 Sterne.