Mr. Collins ist sehr unterwürfig und findet es toll Menschen mit “kleinen” fein gestreuten Komplimenten zu umgarnen, merkt dabei aber nicht, dass er sich lächerlich macht. Wenn man seine Beziehung zu Lady Catherine betrachtet, wirkt er mehr wie ein Diener als ein Pfarrer. Ich glaube er das satirische Element in dem Buch ist, der die damalige Gesellchaft charakterisiert. Denn nur weil jemand von einer besonderen Familie abstammt, sagt dies noch lange nichts über dessen Bildung, Intelligenz oder Verhalten aus. Lady Catherine de Bourgh mag einer hohen gesellschaftlichen Schicht anzugehören, führt sich aber unmöglich auf. Ihre Fragen sind nicht nur übergriffig, sondern auch beleidigend. Ist das der Wert der hohen sozialen Stellung? Gleichzeitig wirkt Mr. Collins gerade durch die Lächerlichkeit und seine schosshündchenartige Unterwürfigkeit irgendwie komisch. Was Charlotte betrifft, so zeigt ihre Hochzeit mit Mr. Collins die wirtschaftloche Zwangslange von Frauen in dieser Zeit. Sie heiratet Mr. Collins, um einerseits finanziell abgesichert zu sein und um andererseits nicht als alte Jungfer blossgestellt zu werden. Am meisten stört es mich eigentlich beim Lesen, dass es immer nur um das Aussehen der Damen geht. Egal, ob sie einföltig oder dumm sind, haupsache sie sind hübsch anzuschauen.
Jane und Bingley lieben sich wahrhaftig. Dennoch sind beide eher ruhige Gemüter, die sich leicht von anderen beeinflussen lassen. Zwischen den beiden entwickelte sich bald ein zartes Band der Liebe, welches wiederum durch die soziale Stellung sowie durch Manipulation von aussen getrennt wird. Mr. Darcy und Caroline Bingley sind auf seiten von Charles diejenigen, die etwas gegen die Verbindung vorbringen. Darüberhinaus ist auch die Familie Bennet nicht ganz unschuldig an der Situation. Gerade Mrs. Bennet macht durch übermässiges Geschwätz von sich reden, während die jüngeren Schwestern von Jane sich einfältig, dumm und unerzogen geben. Der Vater amüsiert sich über die Dummheit seiner Töchter statt ihrem Gebaren Einhalt zu gebieten.
Was Mr. Darcy und Eliza angeht so habe ich fast den Eindruck, dass sie fast eine Art Gegenentwurf zu Jane und Bingley sind. Anfänglich findet er sie nur “akzeptabel” und sie verurteilt ihn, ohne ihn zu kennen als arrogant. Durch mehrmalige Treffen wandelt sich das Bild der Eliza bei ihm. Er beginnt sich für zu interessieren, da er ihre Schlagfertigkeit bewundert. Schliesslich kam es zum Heiratsantrag, den er doch recht arrogant vorgetragen hat. Er erklärt ihr, dass er sie liebt, trotz ihrer niederen Herkunft und gegen alle Vernunft. Es kam was kommen musste und der Antrag wird abgelehnt. Ich habe im Übrigen diesen Schlagabtausch der beiden mit grösstem Vergnügen gelesen.
Der Brief den Darcy nach dem hitzigen Streit mit Eliza schrieb, lässt uns mehr auf Darcy als Person und seine Rolle im Gefüge Einblick erlangen. Er gibt zu, dass er Janes Gefühle (sie ist sehr schüchtern) nicht als wahre Lieben empfunden hat und wollte seinen Freund Bingley schützen. Was die Sache mit Mr. Wickham betrifft so hatte ich mir schon zu Beginn, als Wickham ins Spiel kam, gedacht, dass er lügt. Es waren kleine Dinge, die er äusserte, die nicht recht zusammenpassten. Wickham ist eine schillernde Persönlichkeit, die aber ldeider nocht zu viel taugt. Er macht nur Damen mit der aussicht auf ein reiches Erbe den Hof, wie z.B. Mr. Darcys Schwester.
Ich bin sehr gespannt wie es weiter geht und freue mich auf den nächsten Leseabschnitt.