Fanny Zuerst: Ich finde alle Kommentare sehr spannend! Und habe grosse Freude hier dabei zu sein!
Zum Schreibstil:
Grundsätzlich komme ich mit Austens Sprache gut zurecht, auch wenn sie stellenweise anspruchsvoll ist. Vor allem die Dialoge empfinde ich als etwas schwerfällig zu lesen, da sie sehr verschachtelt und ironisch sind.
Mrs. Bennet und Mr. Bennet:
Mrs. Bennet kann ich in ihrem Grundanliegen durchaus nachvollziehen: Sie möchte ihre Töchter gut verheiratet wissen, um sie vor Armut und sozialem Abstieg zu bewahren. Dieses Anliegen ist angesichts der damaligen Zeit absolut verständlich. Allerdings sabotiert sie ihr Ziel durch ihr übertriebenes, oft peinliches Verhalten selbst. Dadurch wirkt sie auf mich eher lächerlich.
Mr. Bennet hingegen erscheint mir vergleichsweise distanziert. Obwohl er durchaus Autorität besitzt und ein Machtwort sprechen könnte, zieht er sich meist zurück und überlässt vieles dem Chaos. Er kommentiert scharfsinnig, greift jedoch selten aktiv ein und übernimmt wenig Verantwortung.
Elizabeth Bennet:
Elizabeth gefällt mir gut. Sie ist für ihre Zeit eine ungewöhnliche weibliche Hauptfigur, da sie selbstständig denkt, ihre Meinung offen äussert und sich nicht ausschliesslich über Heirat definiert. Sie zeigt bereits früh Stolz, etwa in ihrem Selbstbewusstsein und in ihrer Weigerung, sich gesellschaftlichen Erwartungen unterzuordnen. Gleichzeitig wird aber auch ihr Vorurteil deutlich, vor allem in ihrer schnellen und recht harten Beurteilung von Mr. Darcy, die stark von ersten Eindrücken und Gerüchten geprägt ist.
Mr. Darcy:
Mein erster Eindruck von Mr. Darcy war überraschend positiv, obwohl er im Dorf allgemein unbeliebt ist. Ich schätze, dass er sich nicht am ständigen Getratsche beteiligt und sich nicht anbiedert. Gerade weil in der Geschichte so viel geredet, bewertet und spekuliert wird, wirkt seine Zurückhaltung fast sympathisch.
Allgemeine Beobachtung:
Was mich persönlich stört, ist das offene Bevorzugen einzelner Kinder durch beide Elternteile. Sowohl Mrs. Bennet als auch Mr. Bennet haben klare Lieblingskinder – und solche, denen sie deutlich weniger Zuneigung entgegenbringen.