Fanny
Ich war ein wenig traurig, dass das Buch zu Ende war. Dass Eliza sich in Darcy verliebt hatte, wurde eigentlich bereits nach dem ersten missglückten Heiratsantrag klar, als er ihr noch den Brief übergab. Es gibt ein Happy End also kann man sehr zufrieden mit dem Ausgang des Buches sein. In der damaligen Zeit bedeutete eine Ehe in erster Linie eine ökonomische Versorgung, da Frauen keine Einkünfte bezogen und nur in äusserst seltenen Fällen erben konnten. Ich denke bei Eliza und Darcy ist es aber nicht nur das, sondern wahre Liebe und Achtung voreinander. Darcy hat relativ schnell gemerkt, dass Lizzy nicht wie die anderen Mädchen ist. Sie redete ihm nicht nach dem Mund und sagte nur Dinge, die Männer gern hören wollten, sondern sie stand zu ihren Ansichten und hatte auch keine Probleme Dinge anzusprechen, die sie ärgerten (z.B. recht passabler Anblick). Gleiches merkte man auch bei den Schwestern von Bingley, die ja ziemlich hinterhältig, arrogant und missgünstig waren, da sagte Lizzy auch ihre Meinung. Sie machte es natürlich recht geschickt, indem sie , ihre Intelligenz nutzend, Dinge sagte, die andere vielleicht nicht Kritik wahrnahmen. Miss Benett - Elizas Mutter blieb sich das ganze Buch hindurch treu. Sie gab selbst mit der Heirat ihrer jüngsten Tochter an, obwohl diese die Ehre der Schwestern fast auf ewig ruiniert hätte. Es war einfach ihr bevorzugtes Kind und daher konnte sich Lydia beinahe alles erlauben. Der Vater hingegen bemerkte seinen Erziehungsfehler, spät, aber immerhin und begann danach zunehmend den anderen beiden jüngeren Töchtern Dinge zu verbieten. Lydia ist einfältig, dumm und nur auf das Vergnügen aus, daher passte sie gut zu Wickham, der keinen Deut besser ist. Es hat mich am Ende ein bisschen gefreut, dass die beiden nicht glücklich wurden. Lizzy überraschte mich am Ende doch noch ein wenig, indem sie dem steten Betteln/ Forderungen nach Geld ihrer jüngsten Schwester nicht immer nachgab. Besonders gelungen fand ich den Schlagabtausch zwischen Catherine de Bourgh und Lizzy im Wald. Der war einfach so messerscharf und einfach amüsant zu lesen. In der Realität wird es soetwas wohl auch gegegeben haben, dürfte dann jedoch nicht so gut für die Person von niederer Herkunft ausgegangen sein wie hier im Buch. Darcy ist für mich der Charakter des Buches, den ich am meisten mochte, auch wenn er zu Beginn arrogant war, so spürte man seine Begeisterung/ Achtung vor Lizzy bereits recht früh. Ich war auch sehr stolz auf Charlotte Lucas/ Collins, denn ihr Mann redete Lady Catherine so nach dem Mund und bewunderte sie für ihre Stellung und ihren Reichtum. Er schrieb an einen “tröstlichen” Brief an die Benetts als Lydia auf und davon war, der alles andere als tröstend war und indem er sich als glücklich bezeichnete, dass Lizzy ihn damals hatte abblitzen lassen. Was soll das? Charlotte hat immehin zu ihrer Freundin Lizzy gehalten und sich wahrhaftig für sie gefreut. Cahterine de Bourgh tobte zum Schluss und Collins fand Lizzys Verhalten natürlich unehrenwert und absolut unangemessen, während Charlotte tatsächlich nur an an das Glück ihrer Freundin dachte.
Ich denke das Buch ist nach wie vor ein Klassiker, weil es durch starke Charaktere, die ihrer Zeit in manchen Sachen ziemlich voraus waren, besticht. Die Dialoge aind teilweise so treffend und schneidend, dass ich mich gerade sehr gut unterhalten beim Lesen gefühlt habe. Es ist trotz der knappen 200 Jahre zwischen Veröffentlichung und heute immer noch sehr gut lesbar und gut gealtert. Danke, dass ich diese Leserunde habe teilhaben dürfen. Es war mir ein wahres Lesevergnügen.