Ich humple etwas hintendrein… Hier noch mein Beitrag zum Beginn des Texte:
Meine Angst zu Beginn der Lektüre: Wieder so ein Ratgeber, der mir aufzeigt, wie falsch ich alles jetzt mache, und der mir vorgeben will, wie ich mich ändern muss und wie ich zu handeln habe. Dieses besserwisserische Getue schreckt mich sehr ab und ist wohl ein Grund, warum ich so selten diese Ratgeber lese (oder sie höchstens in einer Buchhandlung oder Bibliothek mal zur Hand nehme, darin blättere und sie dann wieder ins Regal zurückstelle. Dieses Buch hat mich aber, bevor ich es zu lesen begonnen habe, berührt: Ich muss nicht meine komplette Ernährung umstellen, ich muss mir keine teuren Fitnessgeräte anschaffen, ich muss nicht täglich eine Stunde für eine kleine Verbesserung aufwenden… Auch geht es im Ratgeber um Wörter aus dem Alltag, die jeder versteht und jeder benutzt. Ich muss also nur etwas genauer darauf achten, wie ich sie verwende. Einfacher geht es wohl kaum!
Vorweg: Optisch gefällt mir das Buch sehr gut. Keine peinlichen Comic-Zeichnungen und grelle Hinweisschilder, stattdessen wunderschöne Farbtöne! Auch die übersichtliche Strukturierung gefällt mir gut. Das Buch muss nicht von vorne nach hinten gelesen werden, stattdessen kann ich mir irgendein Wort rauspicken und je nach Lust und Laune lesen. (Das hab’ ich übrigens auch so gemacht: Ich musste zuerst «leider» und «aber» lesen, weil ich mich da gleich ertappt gefühlt hatte… 😉) Auch gefällt mir sehr gut, dass sowohl positive als auch negative Wörter behandelt werden! Und nicht zu vernachlässigen: Die Formulierungsvorschläge helfen einem dabei, ganz konkrete Verwendungszwecke eines Wortes zu sehen und laden sicher dazu ein, diese Ausdrücke sofort zu gebrauchen.
Inhaltlich fand ich nicht alle Wort-Kapitel gleich ansprechend. Das «Einfach» gleich zu Beginn hat es mir - wie einigen von euch - nicht so angetan, schliesslich wird hier sehr stark Inhalt vermittelt. Ich kann nicht «einfach» benutzen, wenn ich weiss, dass ein Vorgang komplex ist. Auch schätze ich es manchmal, wenn etwas eben NICHT «einfach» ist (z.B. ein gutes Buch, ein grosses Frühstücksbuffet im Hotel,…) Bei dem Wort bzw. der Beschreibung geht es also weniger darum, WIE ich es sage, als WAS ich zu sagen habe – und das kann ich mir nicht immer aussuchen. Entsprechend fand ich es etwas unglücklich, “Einfach” gleich im ersten Text zu besprechen. Das Kapitel «Leider» hat mir gut gefallen, weil ich mich da ertappt fühle. Ich brauche dieses Wort viel zu oft und hab mir vorgenommen, es aus meinem Wortschatz zu streichen! Ganz allgemein beobachte ich, dass ich mich hie und da für Dinge entschuldige, für die ich gar nichts kann. Dies ist etwas, was ich wirklich versuche loszuwerden…
Wie gefallen euch die Einleitungstexte zu Beginn von jedem Kapitel? Jemand hat ja schon geschrieben, dass er sie gut fände, @Jette empfand sie aber (wie ich übrigens auch) als teils nicht so passend oder zu wenig vertiefend. Oft scheinen mir die Texte auch sehr (oder sogar zu) klischeebehaftet…
Frage an die Autorin: Welches Wort hat Ihr Leben verändert?