Der zweite Teil des Buches hat mich positiv überrascht, und ich bin froh, dass ich weitergelesen habe, auch wenn der Einstieg nicht ganz meinem Geschmack entsprochen hat. Zwar ist das Buch definitiv nicht perfekt (ich hätte auch hier einige Kritikpunkte), doch da mein erster Beitrag bereits eher negativ ausgefallen ist, möchte ich mich diesmal bewusst auf die positiven Aspekte konzentrieren.
Vor allem die Action und die zunehmende Spannung haben mich sehr gepackt – stellenweise fiel es mir wirklich schwer, das Buch aus der Hand zu legen. An dieser Stelle ein grosses Kompliment an Brooke Fast: Sie versteht es, eine Leserschaft zu fesseln und Spannung aufzubauen. - Auch Momo und Yara finde ich bisher spannende Charaktere und freue mich diese (hoffentlich) in den nächsten paar Seiten besser kennen zu lernen.
Gleichzeitig bewegt sich das Buch in meinen Augen auf einem recht heiklen Terrain, da es stellenweise sehr stark an Die Tribute von Panem erinnert. Das ist insofern riskant, als ich diese Reihe als nahezu perfektes YA-Werk betrachte – insbesondere aufgrund der gelungenen Spannung, der überraschenden Charaktertiefe trotz einfacher Sprache sowie der starken gesellschaftlichen und philosophischen Fragestellungen. Viele Romane scheitern genau an diesem Vergleich. “To Cage a Wild Bird” empfinde ich bislang jedoch als durchaus gelungen und als einen Titel, der sich trotz Parallelen behaupten kann.
PS: Einen grossen Negativpunkt muss ich dennoch erwähnen: Geht es nur mir so, oder triggert es sonst noch jemanden, wenn Vale Raven ständig „Vögelchen“ nennt? Da muss ich ehrlich gesagt jedes Mal ein bisschen cringen.