[Werbung, Rezensionsexemplar] Rezension zu Ein Fluss so rot und schwarz - Anthony Ryan Einzelband| Klett-Cotta Verlag| Erschienen am 14.10.23 | 272 Seiten ꧁Inhaltsangabe꧂ Du erwachst auf einem Schiff und hast keinerlei Erinnerungen an dein bisheriges Leben mehr. Dein einziger Anhaltspunkt ist ein Name, der in deinen Unterarm tätowiert worden ist. Sechs weitere Menschen befinden sich auf dem Schiff und teilen dein Schicksal. Das Schiff fährt auf einem Fluss entlang, Zielort unbekannt. Und da ist auch dieser dichte Nebel, der deine Sicht trübt und aus welchem unheilvolle Schreie erklingen… ꧁Handlung꧂ Der postapokalyptische Thriller von Anthony Ryan wirft einen als LeserIn von Anfang an direkt ins Geschehen hinein. Man teilt die Verwirrung der Passagiere und versucht, anhand der wenigen vorhanden Hinweise herauszufinden, warum gerade diese Menschen auf ein Schiff verfrachtet worden sind und wozu dies alles dienen soll. Ich empfand den Schreibstil von Ryan als präzise und sachlich, was sehr gut zur Geschichte gepasst hat. Dem Autoren gelingt es eine Spannung aufzubauen, welche sich fast gänzlich durch das Buch hindurch zieht. Auch die Kürze der Geschichte mit 272 Seiten ist meiner Meinung nach gut gewählt, da die Handlung dadurch stark verdichtet wird. Die Handlung selber erinnerte mich an ein Computerspiel, in welchem immer wieder Teilmissionen angekündigt und erfüllt werden sollten. Dies hat mich bei der Stange gehalten, auch wenn es schon auch zu Repetitionen geführt hat. Nichtdestotrotz wird sichtbar, dass der Autor einige Nachforschungen angestellt hat, was meiner Meinung nach zu einem stimmigen und interessanten Roman geführt hat. Am Ende spitzt sich die Lage zu, man erhält mehr Informationen, obwohl das Ende dann doch noch einigen Raum für Spekulationen lässt. ꧁Charaktere꧂ Die Geschichte ist stark auf die sechs Personen auf dem Schiff konzentriert, wobei man über Huxley noch am meisten erfährt, da man diesen vor allem begleitet. Leider bleiben die Charaktere meiner Meinung nach sehr blass und eindimensional, was natürlich auch damit zu tun hat, dass sie alle über keinerlei Erinnerungen verfügen. Aber grade am Anfang erscheinen die Personen sehr austauschbar und bis zum Ende hin fiel es mir schwer, mit den Charakteren zu sympathisieren. Es waren einfach zu wenige Informationen vorhanden, um über den Berufsstand der Personen hinaus Annahmen über deren Charakter zu treffen. Ich vermute jedoch, dass dies vom Autoren so beabsichtigt worden ist, da dadurch der Fokus klar von zwischenmenschlichen Beziehungen auf die Handlung gerichtet wird. ꧁Fazit꧂ Ein Fluss so rot und schwarz ist ein Buch, welches sich ausserhalb meiner Komfortzone befindet. Ich mag Thriller und habe auch schon Jugenddystopien gelesen, hierbei handelt es sich aber um einen Roman, welche mir Horror-, Thriller- und postapokalyptischen Elementen versehen wurde. Ich muss jedoch gestehen, dass ich sehr positiv überrascht von der Umsetzung war. Die Handlung ist stark verdichtet und lässt sich wie ein verschriftlichtes Computerspiel lesen. Dadurch kommen die Charaktere und deren Entwicklungen aber definitiv zu kurz und bleiben recht oberflächlich. Alles in allem lässt sich jedoch festhalten, dass ich Ein Fluss so rot und schwarz zügig und gerne gelesen habe, trotz des einen oder anderen Mangels. Wer also gerne einmal etwas Neues ausprobieren möchte und sich von einem postapokalyptischen Thriller mit Horrorelementen angesprochen fühlt, dem kann ich diesen Roman empfehlen.