Erstes Buch im September Challenge gelesen. “Im Grunde gut” von Rutger Bregmann. Es geht optimistisch im zweiten Buch per Zufall weiter: Dirk Steffens “Hoffnungslos optimistisch”
Rutger Bregmann weiss, wie man (politische) Aufmerksamkeit erzeugt. Sei es am Davoser WEF 2018, wo er den Superreichen vorwarf, nicht genug Steuern zu zahlen, und es damit verglich, als wäre er auf einer Fachmesse für Feuerwehrleute, auf der niemand über Wasser reden dürfe oder durch sein geniales Buch «Utopien für Realisten» wo es ihm gelang die Ideen wie Grundeinkommen, Fortschrittgedanken und Ungleichheiten in die öffentliche Diskussion zu katapultieren.
Auch sein Buch «Im Grunde gut» erregt die Gemüter. Für die einen fehlt es an politischer Tiefe oder es ist schlicht zu naiv und mit zu viel Optimismus versehen. Für die anderen ist es befreiend zu erfahren, dass nur die Freundlichsten überleben, das bekannte sozialpsychologische Experiment übertrieben dargestellt wurden.
Der Historiker Bregmann führt tonnenweise Beweise vor, um zu zeigen, dass der Mensch ein liebevolles Wesen ist.
Bergmann Idee ist so einfach wie gewagt. Leider endet «Im Grunde gut» mit allgemeiner Ratlosigkeit und verkommt zu einem Selbsthilfe-Ratgeber mit 10 Lebensregeln: «Geh im Zweifelsfall vom Guten aus», «Schauen keine Nachrichten an» und zum Schluss «Sei realistisch»: Die Naivität von heute kann die Nüchternheit von morgen sein. Es ist Zeit für eine neues Menschenbild. Es ist Zeit für einen neuen Realismus.
Man darf hoffen.