Bei mir kommt es darauf an, ob ich den Hauptkonflikt lösenswert und spannend finde. Ich beziehe das jetzt auf mein liebstes Genre Fantasy. Wenn es keinen Konflikt gibt, kommt die Story nicht in die Gänge. Meist ist ein Hauptkonflikt die treibende Kraft hinter Handlung und Charaktere. Da sollte es eine gewisse Dringlichkeit (intern oder extern) geben, den Konflikt zu lösen.
Das funktioniert beispielsweise bei Jonathan Strange & Mr. Norrell sehr gut. Wie soll die Magie aussehen? Konservatives Studium oder intuitive Anwendung? Das Thema trägt den Roman über 1000 Seiten lang. Ob die Figuren nun sympathisch sind oder nicht, spielt überhaupt keine Rolle, solange sie glaubwürdige ihre Seite des Konflikts vertreten.
Atmosphäre hingegen steht bei mir ganz unten auf der Liste. Ich bin kein Vibe-Leser, deshalb funktionieren viele Dark Akademia Settings nicht für mich, wie beispielsweise Fourth Wing. Die Logik von Worldbuilding wurde dort zugunsten der super-duper-gefährlichen Ausbildung aus dem Fenster geworfen. Keine Nation im Dauerkrieg lässt so viele Rekruten in der Ausbildung für nichts sterben. Aus diesem Grund mache ich auch klar einen Unterschied zwischen Atmosphäre und Worldbuilding.
Andererseits hat mir Der Herr der Ringe gezeigt, dass ich an reinem Worldbuilding und Infodump-Lore auch nicht interessiert bin. Der Konflikt tritt dort zugunsten von Worldbuilding und Atmosphäre zu oft in den Hintergrund, sodass die Story von einem Gletscher überholt wird.