Nach der Schilderung des Aufstiegs auf den allerersten Brandungspfeiler war für mich klar, dass dies nicht „nur“ ein sachlicher, erzählender, chronologisch Tatsachen schildernder Reisebericht werden würde, wie ich mir vielleicht einen solchen vorgestellt hatte.
Das Erklimmen der Pfeiler ist für den Autor eine so extrem persönliche und emotionale Sache - was sich in der Schreibweise widerspiegelt.
Da man weiss, wie viel dem Autor dieses Unterfangen bedeutet, wieviel pure Freude es ihm bereitet, und wie emotional die Sache für ihn ist, machen die teils übertrieben dramatischen Ausführungen absolut Sinn.
Ich finde, es liest sich leidenschaftlich, und da Leidenschaft etwas extrem persönliches ist, und vielmals etwas, das für Aussenstehende nicht nachvollziehbar ist, gleicht es einer Obsession, einer Abenteuerlust mit einer unterschwelligen Unvernunft.
Aber weshalb strebt der Mensch nach Abenteuer, wenn nicht dafür, diesen einen Moment zu erleben, den Sylvain auf dem Gipfel jedes Pfeilers erlebt?✨
Sind Abenteuer nicht in sich selbst frei von Sinn, etwas persönliches, was man unternimmt, um rein persönliche Bedürfnisse zu erfüllen?
Ist ein Abenteuer nicht ein Widerstand, ein Protest, ein Ausbruch aus unserer scheinbar geordneten Gesellschaft?
Macht es einen Menschen egoistisch, sich nach Abenteuer zu sehnen? Wahrscheinlich. Aber macht es ihn nicht auch menschlich?
Wo stünden wir heute, wenn dem Mensch der Abenteuer- und Entdeckergeist fehlen würde?
Ich denke, die Welt braucht wieder mehr Abenteuerlust. 🙂