@nata_lie
Die Idee hinter dem Buch hat mich eigentlich sofort angesprochen – vor allem das Konzept mit dem Podcast fand ich grundsätzlich ziemlich clever. Trotzdem hat mich die Umsetzung leider nicht wirklich überzeugen können.
Ich muss zugeben: Bis zum Schluss hatte ich ehrlich gesagt niemanden wirklich im Verdacht. Gleichzeitig bin ich aber auch auf keine der falschen Fährten hereingefallen, weil diese für mich teilweise fast schon zu offensichtlich gelegt waren. Genau das hat mich beim Lesen eher gestört als überrascht.
Allgemein hatte die Geschichte für meinen Geschmack zu viel Leerlauf. Viele Szenen und Beschreibungen wirkten unnötig ausführlich, besonders die Umgebungsbeschreibungen haben den Lesefluss für mich eher gebremst. Ironischerweise ging es mir am Ende dann plötzlich viel zu schnell: Auf einmal fallen sämtliche Puzzleteile wie von selbst an den richtigen Platz – obwohl davor jahrelang niemand weiterkam. Natürlich darf dabei auch ein heroischer Tod nicht fehlen, und schlussendlich war es dann ausgerechnet die Person, die im Vergleich zu den zahlreichen Nebenfiguren vermutlich am wenigsten präsent war.
Gerade das war für mich ein weiterer Kritikpunkt: Es wurden unglaublich viele Figuren ausführlich eingeführt und begleitet, obwohl viele davon für die eigentliche Handlung kaum relevant waren. Selbst wenn manche davon wohl in möglichen Folgebänden noch eine grössere Rolle spielen sollen, wirkte es hier schlicht überladen.
Die Podcast-Thematik fand ich zwar spannend, aber auch hier hat mich die Umsetzung eher aus der Geschichte herausgerissen. Die Podcast-Abschnitte unterbrachen für mich regelmässig den Lesefluss. Dazu kamen Situationen, die ich mir beim Lesen teilweise ziemlich creepy und auch etwas unprofessionell vorgestellt habe – etwa wenn einfach aufgenommen wird, ohne die betroffene Person wirklich darauf vorzubereiten.
Alles in allem war das Buch für mich nicht schlecht, aber eben auch keines, das mich wirklich packen konnte. Gerade von diesem Autorenduo hätte ich persönlich deutlich mehr erwartet. Die weiteren Bände werde ich vermutlich nicht mehr lesen.
…Ach, und by the way: Den Titel finde ich auch unpassend. Zu stark auf Herger bezogen und nicht auf den spezifischen Fall.