Fanny
Der zweite Teil von Hotel Bellwuff hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Man kennt die meisten Protagonisten bereits aus dem ersten Teil, und besonders Rufus ist auch hier wieder wunderbar präsent. Die Geschichte beginnt mit einem Buch von Stephen Schling, was natürlich sofort an einen berühmten Schriftsteller erinnert (Stephen King?). Für mich war der zweite Teil etwas düster zu beginn, wurde aber schnell besser.
Dass es Kreativ-Grooming gibt, wusste ich nicht. Offenbar auch schon in Deutschland. Man erfährt immer wieder etwas neues.
Rufus ist kein Fan von Gruselgeschichten. Eigentlich möchte er das Buch, dass er in Händen hält, gar nicht lesen, denn er ist eine richtige Angstnase und mag alles Unheimliche überhaupt nicht. Gerade das macht ihn aber so sympathisch.
Dann kündigt sich der nächste berühmte Promigast an, eben dieser geheimnisvolle Schriftsteller. Alle bereiten sich gespannt auf seine Ankunft vor. Schon sein Auto wirkt düster und geheimnisvoll, und auch er selbst sieht mit seinem schwarzen Mantel und der finsteren Darstellung ziemlich angsteinflössend aus. Umso lustiger ist es, dass er sich in Wahrheit etwas ganz anderes wünscht. Alles soll bunt, freundlich und fröhlich sein. Dadurch kommt plötzlich ganz viel Farbe und Wärme in die Geschichte.
Leider spricht sich gleichzeitig herum, dass es im Hotel angeblich gespenstisch zu und her geht. Einige Gäste finden das natürlich spannend, andere wiederum gar nicht. So entsteht ein kleines Durcheinander und ein richtiges Dilemma. Doch wie schon im ersten Teil wird auch dieses Problem auf charmante Weise gelöst.
Besonders gefallen hat mir im zweiten Teil Rufus. Seine Mimik ist einfach grossartig gezeichnet. Mit nur wenigen Strichen erkennt man sofort, wie es ihm gerade geht, ob er Angst hat, nervös ist oder sich freut. Das ist wirklich beeindruckend gemacht. Auch Jamie Oliwau, die Anspielung auf einen sehr bekannten Fernsehkoch, fand ich witzig. Ich sehe das genauso, wie ihr, die Anspielungen auf Prominente sind eher für Erwachsene gedacht und gehen an Kindern vermutlich eher vorbei.
Generell fand ich die Zeichnungen wieder ganz wunderbar. Vor allem das Spiel mit Licht und Schatten wurde super umgesetzt (Augen auf ganz schwarzem Grund) und passt perfekt zur leicht gruseligen, aber trotzdem warmen Stimmung der Geschichte. Insgesamt ist auch der zweite Teil liebevoll gestaltetes und originell. Gesamthaft hat mir das Buch sehr gefallen.