Ich musste so lachen im dritten Teil des Buches, bin aufgewacht… tatsächlich sprach Sylvia ihre Gedanken aus und es ging los…da ist ja noch allerhand passiert, ich fands amüsant. Das offene Ende ist mir egal, ich bin froh, nahm es ein Ende, denn im zweiten Teil machte ich mir echt Sorgen, dass diese Geschichte sich einfach zu Ende leiert.
Mir gefielen einerseits die genauen Beschreibungen, andereseits störten mich die vielen Anglizismen. Ob das im dänischen Original auch so ist oder obs die Handschrift der übersetzerin ist ? Mich hinderts im Lesefluss, wenn ich slutshamen erst googeln muss, weiss aber auch nicht, wie ichs auf Deutsch in einem Wort nennen würde. Also ich habe mir in dem Buch mehr über Sprache Gedanken gemacht als über die Themen, die angepriesen wurden.
Ich kann das Buch nicht wirklich weiterempfehlen. Vielleicht ist es tatsächlich eher für Gen Z oder jüngere, wie Ninabina denkt. Die Älteren wollen vielleicht auch nicht unbedingt schon wieder soviel über Sex lesen und dazwischen nur googeln oder so… Hach ich nehms mit Humor. Schräg finde ich, dass die Autorin nur 8 Jahre jünger ist wie ich, ich habe sie mir beim Lesen jünger vorgestellt.
Aber eins muss ich schon zugeben, ich habe doch auch einiges gelernt : In meiner Jugend war ich viel in Kontakt mit verschiedenen sexuellen Interessen und Zugehörigkeiten und da hiess es noch “fühlt sich als Mann, sieht wie ein Mann aus und steht auf Frauen” und halt auch “normaler Mann ” . Jetzt gibts den Begriff CIS-Mann und ich habe mich erwischt, wie ich dachte, mämämämä, wieso muss man alles so komisch nennen, blablabla…. habe gegoogelt und herausgefunden, dass dieser Begriff eingeführt wurde, um respektvoll zwischen Menschen unterscheiden zu können, die trans sind und der grossen Mehrheit der Menschen , die mit ihrem Geburtsgeschlecht übereinstimmen. Es soll beschreibend wirken und herablassende Begriffe wie “biologischer” oder “echter Mann” vermeiden. Aha ! Ich werde also künftig also auch den Begriff CiS -Mann verwenden. Ist doch gut, dass ich es gegoogelt habe 😊
Je mehr ich darüber nachdenke, desto besser finde ich, dass das Ende dermassen offen geblieben ist. Wären all die Folgen der Ereignisse des letzten Drittels noch beschrieben worden in dieser ausholenden Weise, dann hätten wir deutlich mehr Seiten pro Woche zu lesen bekommen und wären dann mit der Entwicklung der Ereignisse nicht zufrieden. So kann man sich schön selber alles weiter ausmalen, wie es einem gefällt. Finde ich gut.
Die Szene auf dem Cover kommt dann wohl am 7. Tag, der Hochzeit. Das hat mir gefehlt im Buch, mehr Gespräche in der ganzen Gruppe,die waren sehr selten dafür, dass sie eine ganze Woche zusammen in den Ferien sind. Es gab vor allem Gespräche zu zweit. Schade eigentlich, bei den Figuren wäre viel Potential dagewesen !
Wie ich das Buch bewerten soll, ist mir noch nicht ganz klar. Ich würde sehr gerne einfach nur noch ein bisschen drüber schmunzeln und fertig .Ohne es bewerten zu müssen.