DrQuinzel
Mich hat v.a. gestört, dass Marissa sich für den Tod von Arielle schuldig fühlt. Klar hat sie sie dazu überredet, die Insel zu verlassen, aber das ist doch noch lange kein Grund, sich deswegen für ihren Tod schuldig zu fühlen?
Arielle ist vermutlich vor lauter Schrecken stehen geblieben. Ich hatte auch schon Momente im Leben, wo ich besser schneller reagiert hätte, aber irgendwie war ich für wenige Sekunden wie erstarrt. Das könnte doch auch bei Arielle der Fall gewesen sein?
Am meisten bewegt haben mich die Szenen der Natur: die Tiere scheinen viel eher zu merken, wenn ein Tsunami sich nähert und reagieren entsprechend: Vögel zwitschern nicht mehr, das Meer gibt den Sandboden frei, Fische gehen dort vergessen.
Und schliesslich: die etwas “anderen Texte” ausserhalb der eigentlichen Geschichte fand ich ziemlich schräg und ohne Kontext. Ich fühlte mich wie in einem Thriller.
Den Zusammenhang mit Marissa jetzt in New York habe ich nur am Rande gesehen.
Und ja. Mir schien das Ende etwas abrupt, gerne würde ich noch eine Fortsetzung lesen, wie Marissa in ihrem neuen Leben in den USA lebt, resp. wie sie ihre Heimkehr nach Thailand erlebt.
Die wenigen Querverweise zu Klassikern der englischen Literatur hätte ich gerne etwas ausführlicher gehabt.
Und dennoch: ein bewegendes Buch, das ich vielleicht nochmals lesen sollte, um alle Nuancen zu verstehen.