larasophia
So, ich habe nun auch den letzten Teil gelesen. 😊
Leider muss ich sagen, dass sich mein Eindruck aus dem Mittelteil für mich ziemlich bestätigt hat. Die Geschichte ging insgesamt recht erwartbar weiter, und besonders das Pacing hat für mich leider nicht wirklich funktioniert.
Ein Beispiel dafür war die kurze spicy Szene in der Krypta gegen Ende. Für mich hat sie emotional und atmosphärisch irgendwie nicht richtig hineingepasst – und dadurch, dass sie nur ungefähr zwei Seiten lang war, wirkte sie eher unnötig als bereichernd. Da hätte ich es tatsächlich besser gefunden, sie entweder ausführlicher und organischer einzubauen oder ganz wegzulassen.
Den Twist rund um das Horten der Schädel fand ich grundsätzlich interessant, aber er hat bei mir leider keine wirkliche Überraschung ausgelöst. Ähnlich ging es mir mit den Visionen der Phönixe: Die Idee dahinter fand ich spannend, aber letztlich wirkten viele Visionen für mich weniger bedeutend als erhofft. Eigentlich waren nur die letzten beiden wirklich relevant für die Handlung.
Mit dem Ende hatte ich persönlich am meisten Mühe. Es ging mir alles viel zu schnell: Adela zerstört den Schädel der Hohepriesterin – niemand hält sie wirklich auf – plötzlich verbindet sie gefühlt 50 zufällige Menschen und danach scheint einfach alles problemlos gut zu sein. Dadurch fehlte mir komplett das Gefühl von Konsequenzen, Widerstand oder echtem emotionalem Gewicht.
Was mir hingegen wirklich gefallen hat, war das Setting und die Grundidee der Welt. Die Mischung aus den Wesen, dem Verbindungssystem und der gesamten Atmosphäre hatte sehr viel Potenzial und fühlte sich originell an. Auch der Schreibstil war angenehm, und einige Szenen waren wirklich spannend geschrieben.
Gerade deshalb finde ich es fast schade, weil ich das Gefühl habe, dass man aus dieser Welt und Idee noch deutlich mehr hätte machen können. Für mich lag das Problem weniger an der Idee selbst als eher an der Umsetzung des Plots.
Ich glaube ehrlich gesagt, ich hätte das Buch vermutlich abgebrochen, wenn es kein Circle gewesen wäre – vor allem, weil ich für die Reviews jetzt auch viel länger gebraucht habe als sonst. 😄 Trotzdem fand ich die Grundidee wirklich spannend und würde mich freuen, irgendwann vielleicht noch einmal etwas Ähnliches in besser ausgearbeiteter Form zu lesen.