Der erste Abschnitt ist schon geschafft und ich konnte wirklich gut einsteigen. Man kommt wirklich rasant durch die Seiten.
Ich mag es, wie viel man schon über die Welt und diverse Arten von Magie lernt. Es wurde wirklich ein interessantes Konzept erstellt und ich bin neugierig, wie das weiter ausgebaut wird. In dieser Hinsicht hoffe ich wirklich sehr, dass die Unterrichtsstunden auch weiterhin relevant bleiben. Manche Academybücher haben nämlich auch gerne die Tendenz, irgendwann komplett vom Unterricht abzuschweifen, um auf andere Plots zu fokussieren.
Auch die Figuren wurden soweit gut aufgebaut. Der Kreis ist noch etwas eingeengt, besonders da zwei weitere Freunde von Paisley erst spät mal ganz spontan eingeführt wurden und andere Schüler bis auf Marcus und ihre Geschwister bisher noch gar keine Rolle gespielt haben, was die Schule jeweils etwas leer wirken lässt. Es braucht nicht 100 extrem ausgebaute Figuren, aber immerhin einige Erwägungen von anderen Personen und deren Namen wären toll (beipielsweise einige Freunde ihrer Geschwister, die momentan nur allein in dieser Familienblase existieren) um zu zeigen, dass diese Schule auch eine ist und es sich hier nicht nur um einen Privatunterricht für die fünf zentralen Figuren handelt. Das ist nicht nur ein Problem dieses Buches und ein Stück weit kann ich es auch verstehen (es stört mich auch nicht so stark), aber ich wollte es trotzdem erwähnen.
Aber es ist ein riesiges Plus, dass die Familie auch mal relevant bleibt und sich gut versteht. Es ist so herrlich erfrischend, mal einfach eine ganze und funktionierende Familie zu sehen, die nicht noch irgendwo im Zwist versinkt, einen ständig abwesenden Elternteil hat oder Geschwister, die sich nur hassen. Absolut mehr davon!
Und dann ist da noch Logan. Der Typ an den sie gerade mal eine vage eine Erinnerung hat und deren Familienvorgeschichte sie bis vor Kurzem gar nicht gekannt hatte. Ich verstehe hier, dass sie erstmal auf der Seite ihres Vater ist und auch seinen Rat ernst nehmen will, aber mein Gott, Paisley und Logan sind beide über 20 und benehmen sich unreifer als 13-jährige. Sie kennen sich kaum und anstatt respektvoll miteinander umzugehen und einfach mal zu sagen “Hey, ich kenne die Geschichte und ich verstehe den Zwist zwischen unseren Eltern, aber lass uns da darüber stehen oder zumindest einfach raushalten. Ich kenne dich nicht (diese eine Erinnerung seines Gesichtes zählt nicht), weshalb wir doch auf neutralem Boden starten können. Und wenn du auf Distanz gehen willst, ist das auch okay, aber lass uns deswegen nicht wie kleine Kinder streiten und angiften”, aber es muss ja mal wieder dieser eine Trope hineingequetscht werden. Mir war ja bewusst, auf was ich mich in dem Buch mit Enemies-To-Lovers einlassen würde und ich habe immerhin schon ein oder zweimal gesehen, wie dieser auch gut aufgebaut wurde, aber hier fühlt es sich extrem gezwungen an. Wäre es nicht sogar ein stückweit interessant, wenn sie sich von Anfang an verstanden hätten, trotz dem Streit und dann eher etwas “Romeo-und-Julia”-mässiges aufgebaut hätten?