3. Teil – geklärt und doch nicht ganz
Selbst seiner Frau Maria kann er sich nicht offenbaren, sie merkt, dass sich Enzo momentan unbehaglich fühlt. Er muss Tabletten schlucken und weint. > Weinen ist immer gut, es releast viel Druck.
Rossi macht sich auf nach London. Unerwartet trifft er im Privatjet Caruso, ein Compagnon von Fabrizio. Ein zwiespältiger Mann – er kennt offenbar das Schicksal von Enzos Bruder, der damals ertrunken ist. Sein Onkel hatte damals die Leiche entdeckt, ihn retten wollen und selbst einen schweren Unfall verursacht. Das wird später wieder von Jackie dementiert, und zudem hatte sie mit C. eine Affäre. C. hat vielerorts seine Finger mit drin, er will Fabrizio als Stadtpräsidenten fördern, damit er seine schmutzigen Immobiliengeschäfte mit ihm abwickeln kann.
In London trifft Rossi Fabiano zuerst, er kann exzellent malen, zeichnet seine Mutter in Handschellen - immer noch lächelnd, sehr abstrus! Enzo trifft Jackie zum Abendessen, dramatisches Erscheinen wie immer, der Leser vernimmt, dass sie schwerkrank ist.
Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum sie sich in den Augen von Fabrizio verändert hat. Geplant war von ihrer Seite her, den Mörder ihres Vaters zu rächen. Aber als die Mediziner ihr eröffneten, dass sie wieder ganz gesund werde, hat sie den Plan fallen lassen.
Letztendlich hat man auch den Mörder der beiden Toten gefunden, ein Geisteskranker, der schon früher einmal eine Rolle spielte.
Im Endeffekt haben Enzo und Fabrizio demnach eine reine Weste. Nun kann auch Crivelli Enzo nicht mehr erpressen und beide werden beinahe best friends.
Mir hat der Krimi etwas zu wenig Bodenhaftung, einzig Alessia (Schwester) finde ich positiver, aber von ihr vernimmt man zu wenig. Ein paar Andeutungen sind seltsam und kann man nicht richtig recyclen (Carusos Ankündigung Familienfest usw.).
Zu lang gefädelte Vorkommnisse, Familienbeziehung bis too much Sippengetue das stört mich. Natürlich darf dies auch in Krimis vorkommen, aber alles in allem hier im Überangebot.
Von Lugano und seinen charmanten Ecken, Restaurants, Parks, Gewässer oder Dolce far Niente davon habe ich nicht viel zehren können. Hier mangelte es an hinreissenden Inputs, es hätte alles bemalter gemacht werden können.
Gewiss, profitiert habe ich doch irgendwie vom Buch: Familienbande aber nicht bis endlos, Charaktere studieren, Lugano, ein paar humorvolle Inputs - durchaus. Man kann immer etwas mitnehmen Gutes wie Negatives.