Hallo an alle,
leider habe ich es erst jetzt geschafft mich auch zu Wort zu melden und kann mich leider den vielen kritischen Stimmen nur anschließen. Ab ca. der Hälfte des Buchs, hat es mich verloren und hab muss leider sagen, dass ich mich den Rest dann mehr durchgequält habe.
Aber der Reihe nach…
1. Leseabschnitt (Anfang - S. 129):
Der Prolog hat mich ein wenig verwirrt, aber das war am Anfang nicht weiter schlimm. Danach bin ich doch recht gut in die Geschichte eingestiegen.
Dass das Thema Bücher und Schreiben so zentral ist, war für mich in Ordnung. Es bietet ja auch Raum für eine spannende Diskussion, weil es das Thema der Verantwortung anspricht, die AutorInnen durch ihre fiktive Texte haben (können).
Mit dem Gedanken, dass neben Katie eventuell Allison die zweite Autorin ist, habe ich auch gespielt.
Lyla ist ein interessanter, spannender Charakter und offenbar ist ihre Herangehensweise als Polizistin/Ermittlerin auch zielführend. Eigentlich müsste sie ja schon von dem Fall abgezogen werden, weil sie zu sehr persönlich involviert ist. Aber irgendwie scheint es mir, dass das im Büchern oder ich Filmen, dann doch öfter nicht der Fall ist (vermutlich wegen der Dramaturgie?).
Der Wald war für mich schon ein Rätsel und hat ein bisschen „bühnenhaft“ auf mich gewirkt. Beim Lesen hatte ich irgendwie den Eindruck, dass er quasi so mitten im Ort liegt. Dass es keine Spurensicherung gab, war schon wunderlich, hat mich aber dann mit der finanziellen Erklärung nichts weiter verwundert.
Rebecca ging für mich als Charakter, ich hab sie weder als besonders sympathisch noch besonders unsympathisch erlebt. Das mit dem „nicht beim Vornamen“ nennen war natürlich doof, andererseits hat Lyla auch ihr Vertrauen ein wenig missbraucht, weil sie auf eigene Faust aktiv geworden ist.
Wegen dem Wolf hatte ich kurz schon den Gedanken, ob nicht Katie selbst der Wolf ist und sie sich das alles nur einbildet. Aber Mellicent macht sich mit den Pilzen ja auch gut verdächtig, sie könnte immerhin die Opfer so betäubt haben. Mellicent ist auf jeden Fall ein wenig eigenartig; auch dass sie so viel immer im Voraus weiß, finde ich komisch.
2. Leseabschnitt (S. 130 - S. 250):
Also der Teil, dass Lyla und Allison eigentlich fiktiv sind, hat mich schon sehr überrascht!
Dieser Twist war für mich nicht vorherzusehen und hat schon eine Knoten im Kopf erzeugt. Wer und was ist dann überhaupt echt? Und wieso ist doch alles irgendwie verwoben? Ab da hat das Buch für mich dann angefangen seinen Reiz zu verlieren.
Ich nehme mal stark an, dass Katie einfach aufgrund ihres Überlebenswillens expliziter schreibt, schließlich ist ja sonst - so der Wolf - sie selbst dran.
Ellen gegenüber bin ich auch recht neutral…eigentlich, wenn ich so darüber nachdenke, habe ich gar keinen Lieblingscharakter bei dem Buch.
Allison Eltern sind sicher auch nicht real, aber wie eben schon erwähnt…wer ist dann überhaupt real? Ich kann mir das einfach alles nicht so richtig vorstellen und auch die Begründung mit dem "Wunsch des Milchzahns“ kann ich mich nicht anfreunden.
Tja gute Frage, es scheint zumindest, dass Lyla einen freien Willen hat, aber überzeugt bin ich davon nicht. Auch dass Lyla mit Katie plötzlich telepathisch kommunizieren kann, macht mich stutzig. Wieso war das vorher nicht der Fall?
Die erwähnte Verantwortung von Krimi/Thriller-AutorInnen, die mit ihren Texten ja quasi die Vorlage für reale Morde liefern, ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits liegt ein Fünkchen Wahrheit in dieser Aussage des Wolfs. Gleichzeitig finde ich muss man das ein bisschen vorsichtig betrachten: Nur, weil etwa wo geschrieben steht, muss es ja nicht ausgeführt werden. Die „Endverantwortung“ für das eigene Handeln liegt schlussendlich bei jedem selbst. Außerdem glaube ich, dass richtig gewalttätige Menschen und Mörder leider gar keine „Inspiration“ brauchen 🙁
3. Leseabschnitt (S. 251 - S. 359):
Die Geschichte ist für mich im Laufe des Buchs nur immer verwirrender und - leider auch - nerviger geworden. ich musste mich schon richtig zum Lesen zwingen. Und das finde ich eigentlich sehr schade, weil ich ja anhand der Leseprobe mich sehr auf das Buch gefreut habe.
Das Ende war für mich nur ein großer Haufen an Handlungssträngen, mit vielen Wendungen und vielen Fragezeichen: Zuerst war Katie die Autorin, dann Allison, und schließlich Rebecca (bzw. Katharine). Hier sind für meinen Geschmack viel zu viele Ebenen hinzugekommen.
Das einige was noch einigermaßen für mich Sinn ergeben hat, war die Hintergrundgeschichte warum Allison weggelaufen ist.
Wenn Rebecca die „Überautorin“ ist, dann kann ja eigentlich gar keiner so wirklich real sein. Ich frage mich auch, wie es überhaupt möglich ist, dass sie sich lebst aus Charakter hineingeschrieben hat. Müsste sie dann nicht doppelt existieren? Und warum will sie überhaupt „Brotkrumen“ hinterlassen? Ist das nicht zu ihrem Nachteil, wenn man ihr auf die Schliche kommt? Also ich bin einfach nur verwirrt und habe mehr Fragen als Antworten bekommen.
„Happy End“ ist es nur bedingt…ok, Lyla und Allison haben einen Weg gefunden glücklich zusammenzusein, Jimmy bekommt auch mehr „Rolle“, Katie ist wieder zum Leben erwacht bzw. aus dem Koma geholt worden. Aber die Opfer sind ja weiterhin tot. Oder eben auch nicht, weil alles nie real war? Die Erklärung, wie Lyla und Allison Rebecca in Schach halten, ist mehr oder weniger nachvollziehbar - aber halt auch dann nur, wenn sie doch irgendwie tatsächlich leben. Ich kenn mich schlicht nicht aus.
Insgesamt hat mich das Buch leider sehr enttäuscht! Die Erwartungen waren groß, wurden aber nicht erfüllt, weil mir der Plot dann zu abstrus geworden ist. Vielleicht sind andere Bücher der Autorin eher nach meinem Geschmack, aber das herauszufinden bin ich sonderlich motiviert. Schade, wie gesagt.
Meine Rezension folgt in den nächsten Tagen.