DrQuinzel
Der Anfang gefällt mir total. Ich habe es sehr selten erlebt, dass die „vierte Wand“ in einem Buch durchbrochen wird.
Der Einstieg verlief für mich gut und ich habe den ersten Teil gerne gelesen.
Aber das mit der Spurensicherung, das hat mich schon krass genervt. Das diese erst kommen soll, wenn sie weitere Beweise finden. Ich mein, es wurde eine Frau ENTFÜHRT! Und die Hinweise weisen auf einen Cold Case hin und dann ist noch eine dritte Frau involviert, die auch im Strafregister erscheint. WIE VIEL MUSS PASSIEREN FÜR DIE SPUSI?!
Klar könnte dass schon der erste Hinweis für uns sein, dass irgendwo in der Befehlskette der Mörder hockt, oder zumindest jemand, der dem Mörder zuarbeitet.
Dann auch noch die Schelte von Rebecca. Hallo!? Deine Untergebene hat gerade versucht, aus Mist Gold zu machen. Und dann noch diese dumme Entgegnung, dieses Foto von Allison hätte jeder verlieren können. Nein! Nur die, die Zugang dazu oder ihn sich verschafft hatten und dann noch als Krönchen den Vorwurf, sie fingiere Beweise, um ihn im nächsten Satz gleich wieder aufzuheben. Macht man sowas aus Wut? Das Einzige, was sie Lyla aus meiner Sicht korrekt vorgeworfen hat, dass sie alleine in den Wald gegangen ist.
Dass der Boss, der Superintendent, „Groucho“ ihnen zuerst die Spusi verweigert und DCI Rebecca nach Graces Auffinden mit einem Karriereknick droht, nur weil das Opfer reich ist und Onkel und Boss auf demselben Internat waren. So typisch Reichen- und Vitamin-B-Filz. Ich mein, was macht man, wenn man vom Vorgesetzten nur die Wahl zwischen zwei Lösungen bekommt, die schon von Anfang an falsch sind?
Eigentlich finde ich im Allgemeinen die Geschichte sehr spannend und die Wortvergleiche und Beschreibungen sind nicht abgelutscht, wie man es manchmal in anderen Büchern sieht. Auch die Thematik ist immer noch fesselnd. Aber die erwähnten Dinge haben mich einfach krass aufgeregt.
Ich finde Rebecca komischerweise nicht unsympathisch. Für mich sitzt sie zwischen den Stühlen, was sie wohl ein bisschen sensibel macht wegen dem Druck der auf ihr lastet.
Lyla ist für mich die typische Krimi-Buch-Ermittlerin die einen Seelenknicks hat, nicht korrekt nach Vorschrift arbeitet, aber gleichzeitig doch für alle das Gute will. Klar ist es nicht vorteilhaft, dass sie ermittelt weil sie direktbetroffen ist, aber ich denke, wenn sie nicht einbezogen worden wäre, hätte sie mit ihrer Eigenwilligkeit und Ermittlungen auf eigener Faust noch mehr kaputt gemacht.
Meiner Meinung nach ist der Wolf ein Lehrling des alten Wolfes. Die Pilzfrau ist ein Kuriosum für mich bis jetzt. Einmal hatte ich den Gedanken, dass ein allfälliger Sohn der Pilzfrau der Mörder sein könnte.
Es könnte sein das Allison die zweite Autorin gewesen war, da sie vor ihrem Verschwinden doch recht buchaffin unterwegs gewesen ist. Aber dann Frage ich mich dann wieder, warum hat sie so lange überlebt, wenn sie sich weigert, die Geschichten zu schreiben?
Das mit den unpraktischen Katzenklappen ist mir gar nicht aufgefallen. Aber jetzt wo es erwähnt worden ist, sehe ich das auch so.
Aber das nährt in mir den Gedanken, dass der aktuelle Wolf das Gebäude übernommen hat. Das es vielleicht schon länger leer gestanden ist. Der Wolf ist dann da rein und hat vielleicht Notizen oder so gefunden und hat sich gedacht dass er die Arbeit des alten Wolfes zu Ende führt oder so ähnlich. Und dann hat er halt die vorherrschende Situation mit den Katzenklappen so umgenutzt.
Was ich mich jetzt Frage, wann der Körper der ermordeten Autorin auftaucht und ob jemand von euch im ersten Märchen schon eine Spur für die Polizei gefunden hat? Als ich das 18 Kapitel Halloween gelesen hatte und sie auf Seite 117 sagt, sie hoffe, dass die Polizei ihre Hinweise nicht übersehen hat, habe ich mich auch nach den Hinweisen selber gefragt.