Auch ich habe den dritten Leseteil beendet. Ich stimme @ALESSIAA bei , dass der Tod der kleinen Queenie unbedingt hätte verhindert werden können, wenn ausreichend Aufsichtspersonen vom Beckenrand aus die Kinder konzentriert beobachtet hätte, weil man aus dieser Position eine viel bessere Übersicht und somit Kontrolle über die Kinder im Wasser hat! Im Wasser selbst ist meiner Meinung nach eine Übersicht gar nicht oder ungenügend gegeben! Die Argumente der Aufsichtspersonen empfinde ich als Armutszeugnis.
Mit "Das tote Mädchen im Wald zeigt sich einmal mehr, dass nicht alle Frauen mit allen Konsquenzen als Mütter geeignet sind. Eine Kind ist eine Langzeitaufgabe über minestens 20 Jahre! Für mich ist es auch einmal mehr ein Beispiel für Wegschauen und Untätigsein der Umgebung. Man muss ja nicht glech die Polizei rufen, aber vielleicht hätte ein offenes Gespräch mit Miriam oder/und ihrer Mutter etwas in Bewegung setzen können, spätestens aber, als sich Elena in der WG drei Wochen vor ihrem Tod dem Exfreund ihrer Mutter anvertraut hat!
Für mich ist dies alles ein gewisses Anzeichen von Laschheit und Desinteresse in der Gesellschaft, die viele Taten erst möglich macht. Warum das so ist, darüber liesse sich jetzt diskutieren. Reizüberflutung? Egoismus? Desinteresse?
Das Buch “ Schattentaten” von Christine Brand kann ich sicher als Spiegel interpretieren, den uns die Autorin als Gesellschaft vorhält. Fragt sich nur, was jeder, der dieses Buch gelesen hat, daaus für persönliche Konsequenzen zieht.
Als Lektüre ist das Fall-weise Lesen sicher angebracht, weil jeder Fall eine Reihe von Fragen aufwirft und zum Nachdenken anregt. Das ist in jedem Fall kein Buch, welches man atemlos wie einen Thriller in einem Zug lesen kann. Für mich ist es eine sehr interessante Bereicherung “Schattentaten” gelesen zu haben und zu sehen, wie Andere es verstehen und auffassen. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank, dass ich hier mitlesen durfte.
Ob ich weitere fiktive Bücher von Christine Brand lesen werde, lässt sich allein aus dieser Sammlung an Berichten ¨ber Verbrechen in unserem Land nicht unbedingt beantworten. Erzählstil und Sprache müssten in einer fiktiven Geschichte für mich um einiges anspruchsvoller sein. Aber ich würde eher ein Buch der Autorin schon aus Neugierde in die Hand nehmen, um hineinzulesen, wie es mich anspricht.