Fanny
Mir ging es ähnlich wie schon Masc81 geschrieben hat, auch ich hatte am Anfang etwas Mühe, richtig reinzukommen. Die Gaming-Themen rund um Mika fand ich eher nicht so spannend und auch dieses Motiv, dass er aufs Land geht und es dort kein Netz und alles gibt, kam mir ziemlich bekannt und etwas platt vor.
Ab dem Moment, als die Geschichte sich öffnet und die Immerland-Welt immer stärker in den Vordergrund rückt, wurde es für mich aber immer interessanter. Besonders die Beschreibungen der Stadt haben mir sehr gefallen. Ich konnte mir das alles total gut vorstellen, die Wellen am Himmel, die fliegenden Flische, diese ganze besondere Atmosphäre. Auch der Tunnel im Vulkan ist mir stark geblieben und das Bild vom Hauptgebäude mit den aufgetürmten Baustilen aus verschiedenen Epochen hat meine Fantasie richtig angeregt. Das würde ich unglaublich gern sehen. Und natürlich auch die Figuren dort und die Art, wie sie sich von den Menschen aus der Stadt von Mika und seinem Vater unterscheiden.. super spannend!
Man will einfach wissen, was das genau ist und was das alles mit Mika und seiner Oma zu tun hat. Gleichzeitig ist da aber auch dauernd diese Unsicherheit. Man fragt sich, was eigentlich mit ihnen passiert ist. Wie sind Mika und seine Oma dort gelandet. Ist das eine Art Zwischenwelt, ein Traum oder vielleicht sogar etwas wie eine nächste Station nach dem Tod? Dass die anderen Figuren Mikas Angst um seine Oma eher belächeln oder nicht ernst nehmen, die Lösung des Kreuzworträtsels und der Name “ewige Stadt” sprechen am ehesten für das Letztere..
Mit Lady Ronin bin ich nicht so richtig warm geworden. Sie bleibt für mich eher oberflächlich und schwer greifbar. Ich hätte mir gewünscht, dass sie detaillierter beschrieben wird und etwas mehr Tiefe bekommt. Aber ja, vielleicht ist das auch bewusst so gewählt, weil die ganze Situation ja etwas “mysteriöses” oder schwer greifbares an sich hat..
Die Illustrationen finde ich insgesamt sehr schön. Gleichzeitig schränken sie die eigene Vorstellungskraft manchmal auch etwas ein. Bei den fliegenden Flischen zum Beispiel hatte ich nach der Beschreibung kaum Zeit, mir selbst ein Bild zu machen, weil das Bild sofort da war. Aber da es nicht so viele Illustrationen gibt, stört mich das nicht allzu fest.
Auch wenn mich der Anfang nicht sofort abgeholt hat, finde ich das Buch mit seiner Welt und den vielen offenen Fragen immer spannender. Ich bin sehr neugierig, wie es weitergeht.