DrQuinzel
Der Abschluss des Buches hat mir insgesamt gut gefallen, auch wenn der Cliffhanger natürlich ziemlich gemein ist. Andererseits: Ohne so einen fiesen Spannungsmoment würde man vermutlich kaum sofort zum zweiten Band greifen wollen. Besonders überrascht hat mich weder das Auftauchen des Sammlers noch die Tatsache, dass er gemeinsam mit Sophias Eltern in Killmarth war. Ich hatte mir schon vorher gedacht, dass hinter ihm mehr steckt, daher fühlte sich die Enthüllung eher wie eine Bestätigung an. Auch dass er ein Alchemist ist, hat mich rückblickend nicht völlig überrascht – obwohl ich ehrlich zugeben muss, dass ich kurzzeitig auch vergessen hatte, dass er überhaupt eine magische Begabung besitzen müsste. Am Ende ergibt es aber durchaus Sinn.
Spannend fand ich auch die Entscheidung, den Angriff des Vampirs auf Sophia geheim zu halten. Angesichts der Brutalität der Prüfungen und der hohen Zahl an Todesfällen wirkt diese Verschwiegenheit fast schon konsequent, auch wenn man darüber streiten kann, ob es nicht eher ein Grund gewesen wäre, die Prüfungen abzubrechen. Das Ganze einfach mit einem Schulterzucken abzutun, finde ich jedenfalls fragwürdig aus logischer Sicht.
Wie schon vermutet, besitzt Sophia eine Doppelbegabung – und ihre Illusionsmagie ist nur die schwächere davon. Ihre wahre Stärke liegt in der Alchemie. Ich hatte schon erwartet, dass mit ihr noch etwas Bedeutendes passieren würde, ob nun eine Doppelbegabung oder eine außergewöhnlich starke einzelne Fähigkeit. Dass sie sich als Alchemistin entpuppt, passt gut zu ihrer Entwicklung.
Eher irritierend fand ich, dass sie zwar nach „DeWinter“, aber nie nach „Winter“ gesucht hat (vor allem nachdem Sie den Namen in der Schule gefunden hat). Der Name hatte mich schon früh stutzig gemacht, und an ihrer Stelle hätte ich wohl früher darüber nachgedacht. Wenn man ständig belogen wird, liegt es schließlich nahe, dass auch der eigene Name nicht der Wahrheit entspricht.
Das Ende hat mich dann doch auch etwas getroffen: Greg und Hester wurden von den Kalten getötet. Auch wenn man in dieser Welt jederzeit mit Verlusten rechnen muss, kam Gregs Tod doch überraschend und hat mich traurig zurückgelassen.