Die ersten Bücher habe ich nun gelesen und für Herman Melville . Bartleby, der Schreiber eine Rezension geschrieben. Ich war begeistert von dem Buch - nicht so vom nachfolgenden Essay, das fast gleich lang war und trotz gut recherchierter Informationen etwas langweilig.
Auch die Geschichte von Tania Blixen . Babettes Gastmahl das hier mehrmals empfohlen wurde, fand ich hübsch, wenn gleich sie mich nicht so eingenommen hat, wie Bartleby. Babette flüchtet vor einem der französischen Kriege aus dem lebendigen Paris in das verschlafene Nest Berlevaag. Dort findet sie Unterschlupf bei zwei Schwestern, die sich dem lutherischen Leben verpflichtet fühlen. Die Eintönigkeit ihres Lebens zeigt sich auch im Menuplan: Stockfisch und Brotsuppe. Babette wird fünfzehn Jahre lang das ruhige Leben führen und durch einen Zufall kann sie danach noch einmal ihre Kunstfertigkeit zeigen. Das schön eingefasste Büchlein beinhaltet die Geschichte und auch ein langes Essay von einer begeisterten Blixen-Leserin.
Ganz anders muten die Kehlmann-Erzählungen an - zu finden in einem Erzählband von Daniel Kehlmann . Unter der Sonne Zusammenfassend könnte man sagen, es geht um Geschichten von Menschen, die eine radikale Veränderung in ihrem Leben wünschen und vornehmen. Fatale Handlungen und ihre Folgen, anschaulich geschrieben, sprachlich toll - wie zum Beispiel die Zeitlupenbeschreibung des Unfallhergangs eines Mercedes Benz in einen Gartenzaun.
Carson McCullers . Der Marsch (Novelle) ist ein vergriffenes Büchlein über einen mehrtägigen, friedlichen Protestmarsch gegen Rassenhass. Und zwar, nachdem der Kongress die Bürgerrechte für alle Menschen verabschiedet hatte (was die Südstaaten aber wenig interessierte). Es handelt von einer kleinen Gruppe Menschen, die trotz Widerständen zwar keine grossen äusseren Veränderungen bewirkten, aber in sich selbst umso mehr. Interessant war auch das Wort Rassenhass. Da ging es nicht um unterschwellige Rassendiskriminierung sondern um offenen Hass, Gewalt und die real gelebte Idee, dass weissen Menschen mehr Rechte zustehen als anderen und doch, ganz McCullers, sehr schön geschrieben.