DrQuinzel
Endlich bin auch ich soweit. Das Buch hat mir sehr gut gefallen, es war sehr flüssig zu Lesen und spannend bis zum Schluss, mit den vielen Hochs und Tiefs in Frankies Leben. Man konnte sich alles sehr gut vorstellen und lebte mit Frankie in der WG in London und danach in der Künstlerszene in New York mit.
Dass Graham Norton schwul ist, wusste ich nicht, habe ich mir aber beim Lesen des Buches gedacht, da Homosexualität eine sehr grosse Rolle in der Geschichte spielt. Nors WG in London, Van, dann das Treffen bei Kit und schliesslich Damian. Auch das Aufkommen von HIV spielt im Buch eine grössere Rolle und hat in der Schwulenszene zu der Zeit viele Opfer gefordert. Schliesslich hatte sich auch Joe noch mit HIV angesteckt, auch wenn Gretchen dies unbedingt unter Verschluss halten wollte.
Joes Charakter hat mich sehr wütend gemacht. Solange er keinen Erfolg hatte, war Frankie, die ihn immer unterstützt hatte recht mit ihrem Restaurant und als es mit seinem Erfolg aufwärts ging, liess er sie fallen. Dass Frankie schliesslich die Kunstwerke vor der habgierigen Gretchen retten konnte, hat mich richtig gefreut.
Was für mich nicht zusammengepasst hat, sind die Darstellungen der jungen und der alten Frankie. Ich konnte die jüngere Frankie nicht mit der alten, resoluten Dame, die ganz klar bestimmt, was sie will und was nicht in Einklang bringen. Während ihres ganzen Lebens sind Frankie immer wieder sehr unschöne Dinge passiert. Der Tod der Eltern, die Hochzeit mit dem Domkapitular, dann wurde sie zuerst von ihm, danach von Van verstossen, schliesslich auch noch von Joe, wenn man so will. Nie hat sie ihr Leben selber in die Hand genommen, jedesmal hatte sie Glück und wurde von jemandem gerettet. Zuerst von Nors Mutter, dann von Joe und schliesslich von Nor. Nie hat sie sich zur Wehr gesetzt und einfach alles passieren lassen. Sogar die Flucht wurde ihr von Nor organisiert.
Wenn Nor nicht sehr viel an Frankie gelegen hätte, hätte sie wohl kaum die Mühe auf sich genommen und sie in New York ausfindig gemacht und ihr immer wieder geholfen. Dies bestätigt sie auch zum Schluss mit dem Satz zu Damian, sie habe die Liebe ihres Lebens verloren. Auch wenn ihre Liebe unerwidert war, denke ich doch, dass sie ein glückliches Leben mit Teddy geführt hatte.