Mir gefällt besonders, wie sich das Alltägliche und das Mystische von Anfang an überlagern. Hazel bewegt sich zwischen Brot im Ofen und göttlichen Erzählungen, als wären beide Welten gleich selbstverständlich für sie. Diese Mischung aus Vertrautheit und Unbehagen zieht sich für mich durch die ganze Geschichte und macht die Beziehung zu Merrick so spannend: nah und warm, aber trotzdem immer leicht unheimlich.
Was mich direkt berührt hat, sind die Einblicke in Hazels Kindheit. Viele Szenen wirken auf den ersten Blick fast fröhlich, kippen aber schnell ins Bittere. Die kleinen Verletzungen, die Armut, das Übersehenwerden all das wird so fein angedeutet, dass es richtig unter die Haut geht. Ich mag, wie klar Hazels Perspektive spürbar wird ein Kind, das viel versteht aber kaum eine Stimme hat, und trotzdem eine stille, innere Stärke entwickelt.
Auch das soziale Umfeld fand ich sehr eindrucksvoll. Die Familie ist chaotisch, überfordert, manchmal liebevoll, manchmal verletzend. Gleichzeitig steht darüber eine Welt voller Rituale, Erwartungen und Machtstrukturen, die für Hazel sowohl faszinierend als auch bedrohlich sind. Besonders Figuren wie Schwester Ines oder die königlichen Kinder bleiben mir im Kopf, weil sie so widersprüchlich wirken
Je weiter die Handlung voranschreitet, desto stärker hat mich dieses Gefühl eines „schönen Käfigs“ begleitet. Was wie ein Geschenk aussieht Schutz, Wissen, neue Möglichkeiten bekommt immer mehr etwas Kontrollierendes. Die Hütte, die Stille, die ständig bereitgestellten Dinge… das wirkt fürsorglich und gleichzeitig so, als würde jemand jeden Schritt überwachen. Trotzdem finde ich Hazels Entwicklung toll wie sie lernt, wächst, stolz wird und sich selbst immer mehr erkennt. Das macht die ganze Situation gleichzeitig hoffnungsvoll und beklemmend.
Insgesamt lässt mich der bisherige Verlauf mit dem Gefühl zurück, dass Hazel nicht nur ihren Weg findet, sondern dass jemand sehr zielgerichtet an ihrem Weg mitarbeitet ..