Ein kleiner Lesebericht ist fällig. Ich habe mit dem Buch begonnen, zu dem ich weniger Zugang hatte - von Nadine Gordimer „Anlaß zu lieben“. Geschrieben wurde es in der Originalversion 1963 und meine Ausgabe stammt von 1989. Also ist der Zeitrahmen nicht die Gegenwart. Und mit der Gesellschaft in Südafrika habe ich mich auch bisher nur am Rande beschäftigt. Für mich eine unbekanntere Welt. Und doch hat mich das Buch noch losgelassen und ich bin froh, ihm jetzt endlich eine Chance gegeben zu haben. Wobei ich nicht mehr weiß, wie ich zu dem Buch gekommen bin - wohl eine Weitergabe oder ein Flohmarkt. Ich weiß nicht mehr.
Die Geschichte plätschert so für mich dahin. Geschrieben vor allem aus der Sicht von Jessie Stilwell. Jessie und ihr Mann Tom nehmen für einige Monate das junge Ehepaar Boaz und Ann auf. Es ist eine akademische Welt. Ann ist sehr lebenshungrig und sie lernt den schwarzen Maler und Lehrer Gideon kennen und lieben. Wie gestaltet sich diese Liebesbeziehung in der Apartheidgesellschaft? An welche Grenzen stößt sie? Und wie geht Jessie damit um? Denn es ist vor allem sie, die diese Beziehung beobachtet und in diese Beziehung hineingezogen wird. Wird die Beziehung Bestand haben? Interessant ist auch die Beschreibung und Darstellung von Jessie.
Ein ruhiges Buch, das in einer unruhigen Gesellschaft spielt.