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Rudolf Stratz
Rudolf Stratz' historischer Roman "Friede auf Erden!" verbindet die Spannung erzählender Geschichtsdarstellung mit einer moralischen Befragung des Friedensgedankens. Der Titel, dem christlichen Weihnachtswort entlehnt, erscheint nicht als blosse Verheissung, sondern als Prüfstein menschlichen Handelns in einer von Machtinteressen, sozialen Gegensätzen und politischer Unruhe geprägten Vergangenheit. Stratz erzählt anschaulich, dialogreich und dramatisch gebaut; sein Stil gehört zur populären historischen Prosa des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, die historische Stoffe zur Reflexion über Gegenwartsfragen nutzt. Rudolf Stratz (1864-1936), ein vielgelesener deutscher Romancier und Dramatiker, schrieb aus dem geistigen Horizont des Kaiserreichs und der bürgerlichen Bildungskultur heraus. Seine Erfahrung mit nationalen Mythen, gesellschaftlichen Konflikten und den Erwartungen eines breiten Lesepublikums prägte seine Stoffwahl. Gerade die Spannung zwischen patriotischem Pathos, religiöser Symbolik und Skepsis gegenüber Gewalt dürfte ihn zu einem Roman geführt haben, der Geschichte als moralisches Experiment versteht. Empfohlen sei dieses Buch Leserinnen und Lesern, die historische Romane nicht nur als Kostüm- und Ereigniserzählung schätzen, sondern als Deutung geschichtlicher Mentalitäten. "Friede auf Erden!" bietet erzählerische Zugänglichkeit, zeittypische Atmosphäre und zugleich einen aufschlussreichen Blick auf ältere deutsche Vorstellungen von Frieden, Pflicht und Verantwortung.
Romane & Erzählungen
Musaicum Books
Deutsch
56
9788027262502
978-80-272-6250-2