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Edith Stein
Eine Untersuchung über den Staat entfaltet eine phänomenologische Analyse des politischen Gemeinwesens, die weder blosse Rechtslehre noch historische Staatskunde sein will. Edith Stein fragt nach dem Wesen des Staates: nach Souveränität, Recht, Gemeinschaft, Person und Freiheit. In präziser, begrifflich strenger Prosa verbindet sie die Methode Husserls mit einer eigenständigen Sozialontologie und stellt den Staat in den Kontext von Volk, Gesellschaft und personaler Verantwortung. Edith Stein, 1891 in Breslau geboren, war Schülerin und Assistentin Edmund Husserls und gehörte zu den bedeutenden Stimmen der frühen Phänomenologie. Ihre Erfahrungen als jüdische Intellektuelle, als Lazaretthelferin im Ersten Weltkrieg und als Denkerin in der krisenhaften politischen Landschaft der Weimarer Zeit schärften ihren Blick für Ordnung, Gewalt und Gemeinschaft. Ihre spätere Hinwendung zum Katholizismus vertiefte zusätzlich ihr Interesse an Personwürde und sittlicher Bindung. Dieses Buch empfiehlt sich allen, die politische Philosophie nicht als Ideologie, sondern als sorgfältige Wesensanalyse verstehen wollen. Stein bietet keine einfache Staatsapologie, sondern ein anspruchsvolles Instrumentarium, um Legitimität, Recht und Gemeinschaft neu zu denken. Für Leserinnen und Leser der Philosophie, Theologie, Rechtswissenschaft und Ideengeschichte bleibt die Schrift von bemerkenswerter Aktualität.
Fachbücher
Musaicum Books
Deutsch
76
9788027262618
978-80-272-6261-8